Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/90: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2027 · 19 Seiten

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4.1 Einführung eines toxizitätsgewichteten Summen-Konzentrationswertes für PFAS zur Beurteilung der Einwirkung von PFAS-belasteten Standorten auf das Grundwasser (Anh. 1 Abs. 1 AltlV)

Die Stoffgruppe der PFAS umfasst nach letzten Schätzungen mehr als 10 000 verschiedene Verbindungen. Viele davon sind derzeit nicht analysierbar und eine standardisierte Methode zur Bestimmung der Total-Konzentration der PFAS ist momentan noch nicht verfügbar. Die Festlegung von einzelstoffbasierten Konzentrationswerten wird der grossen Stoffgruppe nicht gerecht. Meist treten mehrere Einzelstoffverbindungen zusammen auf. Aus diesen Gründen wird ein Summen-Konzentrationswert eingeführt. Dies in Analogie zu anderen Stoffgruppen, beispielsweise den polychlorierten Biphenylen (PCB) in Anhang 1 AltlV.

4.1.1 Messumfang

Je nach Labor können momentan zwischen 30 und 50 Einzelstoffverbindungen von PFAS analytisch standardmässig bestimmt werden. Gemäss heutigem Kenntnisstand kann man sich im Altlastenbereich zur Beurteilung der Gewässer in den allermeisten Fällen auf die Analyse von 16 PFAS beschränken. Es handelt sich dabei um folgende acht Carbonsäuren (mit 4 - 11 Kohlenstoffatomen (C-Atomen)), fünf Sulfonsäuren (4 C-Atome, 6 C-Atome, 8 C-Atome), sowie drei Vorläufersubstanzen.1

• Perfluorbutansäure (PFBA)

• Perfluorpentansäure (PFPeA)

• Perfluorhexansäure (PFHxA)

• Perfluorheptansäure (PFHpA)

• Perfluoroctansäure (PFOA)

• Perfluorononansäure (PFNA)

• Perfluorodecansäure (PFDA)

• Perfluoroundecansäure (PFUnDA)

• Perfluorooctansulfonamid (PFOSA)

• N-Ethylperfluorooctansulfonamidoessigsäure (EtFOSAA)

• Perfluorobutansulfonsäure (PFBS)

• Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS)

• Perfluorooctansulfonsäure (PFOS)

• Capstone A

• Capstone B

• 1H,1H,2H,2H-Perfluor-1-octansulfonsäure (6:2 FTS)

1 Vorläufersubstanzen, sog. Precursors, sind Substanzen, die zu stabileren Perfluorcarbonsäuren umgebaut werden. Viele Vorläufersubstanzen wurden häufig als Ersatzstoffe für die seit längerem eingeschränkte Verbindung PFOS benutzt.