Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/90: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2027 · 19 Seiten
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Aufgrund dieser Abschätzungen ergibt sich eine Anzahl von ungefähr 2700 Standorten, die aufgrund einer Verschmutzung durch PFAS-haltige Löschschäume, in den KbS eingetragen werden müssen.
Fazit In Anhang 1 Absatz 1 der AltlV wird ein Summen-Konzentrationswert von 200 ng
TEQ/L für mindestens 16 PFAS eingeführt. Dieser Wert wird als vollzugstauglich, wirtschaftlich und verhältnismässig beurteilt und ist mit anderen Grenzwerten – soweit möglich – abgestimmt.
Dieser Summen-Konzentrationswert wurde als toxikologisch vertretbar eingeschätzt, zumal im Gewässerschutzbereich Au (nutzbares Grundwasser) gemäss Art. 9 AltlV der halbe Konzentrationswert, also der Wert von 100 ng TEQ/L zur Anwendung kommt:
Summen-Konzentrationswert (K-Wert) nach Anh. 1 AltlV zum Schutz des Grundwassers: 200 ng TEQ/L für Σ mind. 16 PFAS Gewässerschutzbereich Au üB
Sanierungsbedarf 100 ng TEQ/L 400 ng TEQ/L
(Art. 9 Abs. 2)
Überwachungsbedarf 20 ng TEQ/L 80 ng TEQ/L
(Art. 9 Abs. 1) (10% K-Wert) (40% K-Wert)
Tabelle 1: Übersicht der PFAS-Summen-Konzentrationswerte gemäss AltlV für die Beurteilung des
Überwachungs- resp. Sanierungsbedarfs in den beiden Gewässerschutzbereichen Au und üB.
Der Summen-Konzentrationswert von 200 ng TEQ/L wird seit Ende August 2025 aufgrund im Einzelfall erteilter Zustimmung des BAFU (Anh. 1 Abs. 1 Satz 2 AltlV) von den Kantonen angewendet und hat sich bisher als vollzugstauglich erwiesen.
Im Altlastenrecht gibt es eine zusätzliche Sicherheit in Bezug auf Trinkwasser und die öffentliche Gesundheit: Wenn in einer Grundwasserfassung von einem Standort stammende PFAS festgestellt werden, so löst dies einen Sanierungsbedarf des belasteten Standorts aus (Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe a AltlV).
4.2 Einführung der anzuwendenden Toxizitätsäquivalenzfaktoren (TEF) bei der Summenbildung für den Konzentrationswert für PFAS (Anh. 1 Abs. 6 AltlV)
Im Kapitel 4.1 werden die Gründe erläutert, warum ein Summen-Konzentrationswert – im Gegensatz zu einzelstoffbasierten Konzentrationswerten – eingeführt wird. Analoge Überlegungen sprechen auch für die Toxizitätsgewichtung.
PFAS umfassen eine grosse Gruppe von Verbindungen mit unterschiedlichen chemischen Strukturen. Diese Unterschiede beeinflussen ihre Toxizität, Bioakkumulation und die Art und Weise, wie sie im Körper wirken. Im Allgemeinen sind die langkettigen PFAS toxischer als die kurzkettigen Verbindungen, da sie stärker bioakkumulieren bzw. langsamer im Körper abgebaut werden. Die Gleichbehandlung aller PFAS würde potenzielle Risiken entweder unterschätzen und ineffiziente Regulierungsstrategien begünstigen oder überbewerten und zu drastische Einschränkungen nach sich ziehen. Würde eine Gleichgewichtung der PFAS Einzelsubstanzen vorgenommen, würden die generell stärker mobilen, kurzkettigen