Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/90: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2027 · 19 Seiten
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Gesamtzahl der untersuchten PFAS-belasteten Standorte, hoch ist. Die Gründe dafür sind die Stoffeigenschaften von PFAS, insbesondere ihre Persistenz, Mobilität sowie die hohe Toxizität schon ab geringen Konzentrationen. Bei Standorten, wo man davon ausgehen muss, dass die Belastung durch den Einsatz von Löschschäumen stammt, ist der Anteil extrem hoch (siehe Spalte «Davon Betriebsstandorte im Zusammenhang mit Löschschaum»). Würde man den Summen-Konzentrationswert einzig anhand humantoxikologischer Kriterien auf 50 ng TEQ/L festlegen, wären gemäss Umfrage ungefähr 41 bzw. 52 Prozent der untersuchten Standorte sanierungsbedürftig. Im Gegensatz dazu liegt dieser Anteil gemäss dem Kataster der belasteten Standorte (KbS) für alle anderen Schadstoffe im Mittel bei ungefähr 10 Prozent.
Dieser «einzig anhand humantoxikologischer Kriterien festgelegte» Summen-Konzentrationswert von 50 ng TEQ/l wird als nicht praxis- und vollzugstauglich beurteilt. Er hätte eine nicht handhabbare unverhältnismässig hohe Anzahl von sanierungsbedürftigen Standorten zur Folge.
Gemäss der durchgeführten Umfrage nimmt der Anteil sanierungsbedürftiger Standorte bei den Betriebsstandorten von 52 auf 33 Prozent und bei den Ablagerungsstandorten von 41 auf 19 Prozent ab, wenn der Summen-Konzentrationswert von 50 ng TEQ/L auf 200 ng TEQ/L angehoben wird. Es ist immer hoch, wird jedoch nach heutigem Kenntnisstand als handhabbar eingestuft.
Ein weiteres Anheben des Summen-Konzentrationswertes würde nach aktueller Einschätzung zu nicht mehr vertretbaren Risiken führen, denn es wäre davon auszugehen, dass Standorte, die eigentlich saniert worden sind, weiterhin eine PFAS-Belastung für die Gewässer und das Trinkwasser verursachen.
Schätzungen zur Anzahl sanierungsbedürftiger Ablagerungsstandorte
Die alten Ablagerungsstandorte stellen eine bedeutende Gruppe mit zahlreichen potenziellen Sanierungsfällen dar. Entsprechend wurde bei den Abklärungen zur Vollzugstauglichkeit ein besonderes Augenmerk auf sie gerichtet. In der Schweiz gibt es ca. 15 200 Ablagerungsstandorte. Davon weisen schätzungsweise 5800 Ablagerungsstandorte einen potenziellen PFAS-Verdacht auf.3
Erfahrungen der Kantone zeigen, dass im Sickerwasser von Ablagerungsstandorten oft PFAS festgestellt werden (siehe z. B.: Kt. Zürich). Diese PFAS stammen aus den abgelagerten Abfällen, beispielsweise aus Brandschutt oder Klärschlamm. Zudem wurden und werden oftmals Feuerlöschübungen auf Ablagerungsstandorten durchgeführt.
Um der Frage nachzugehen, bei wie vielen dieser Ablagerungsstandorte mit einem Sanierungsbedarf gerechnet werden muss, wurde im Jahr 2024 das abströmende Grundwasser, bzw. das Sickerwasser von 54 Ablagerungsstandorten auf PFAS untersucht. Der Median lag bei 27 ng TEQ/L (Summe 9 PFAS) und in lediglich drei Ablagerungsstandorten wurden keine PFAS festgestellt. Zusätzlich wurden auch Analysen von Kantonen ausgewertet und die im abströmenden Grundwasser gemessen PFAS-Konzentrationen mit verschiedenen denkbaren Summen-
3 Auf diese Anzahl Ablagerungsstandorte mit potenziellem PFAS-Verdacht gelangt man, wenn man davon ausgeht, dass diejenigen Ablagerungsstandorte mit sehr kleinen Volumina sowie diejenigen mit der Betriebseinstellung vor 1970 keines oder ein geringes Risiko von PFAS-Emissionen aufweisen.