Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/90: Verordnungspaket Umwelt Frühling 2027 · 19 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 8Fedlex · Erläuternder Bericht

Ablagerungsstandorte sowie Schätzung der Anzahl neuer belasteter Standorte, die durch PFAS-haltige Löschschäume verursacht worden sind.

4.1.3 Prüfung der Vollzugstauglichkeit Bestehende PFAS-Belastungen in der Umwelt

Inzwischen werden PFAS in allen Umweltkompartimenten nachgewiesen. Die Kombination der Persistenz, der Bioakkumulation sowie der Toxizität von PFAS ist problematisch, insbesondere weil momentan noch keine kostengünstigen und effektiven Sanierungsmethoden für grossflächige diffuse Belastungen vorhanden sind. Entsprechend müssen sich die Sanierungen vorerst auf die altlastenrelevanten PFAS-Hotspots beschränken.

Kosten

Nach aktuellen Abschätzungen würden mit dem «einzig anhand humantoxikologischer Kriterien» festgelegten Summen-Konzentrationswert von 50 ng TEQ/L über 3500 sanierungsbedürftige PFAS-Standorte resultieren. Es müssten schätzungsweise zusätzlich über 2000 Ablagerungsstandorte saniert werden, die aufgrund von anderen Schadstoffen nicht sanierungsbedürftig wären. Die entsprechenden gesamten summierten Untersuchungs- und Sanierungskosten wurden im Rahmen der Arbeiten zur Motion Maret auf 7 bis 8 Milliarden Franken geschätzt. Verglichen mit den heute bekannten 4000 Altlasten-Standorten und den bisher – ohne PFAS – geschätzten Kosten der gesamten Altlastenbearbeitung von rund 5 Milliarden Franken wäre dies ein unverhältnismässig grosser Ressourcenaufwand.

Bei einem Summen-Konzentrationswert von 200 ng TEQ/L gäbe es schätzungsweise insgesamt rund 1600 zusätzliche sanierungsbedürftige PFAS-Standorte, die aufgrund von anderen Schadstoffen nicht sanierungsbedürftig wären. Die damit verbundenen geschätzten Kosten sind mit gegen 4 Milliarden Franken zwar immer noch hoch; sie werden aber angesichts der mit den PFAS einhergehenden Umweltprobleme als verhältnismässig eingeschätzt.

Bei einem noch höheren Summen-Konzentrationswert (z. B. 500 ng TEQ/L) würden die Anzahl sanierungsbedürftiger Standorte auf 1400 und die Kosten auf 3 Milliarden Franken abnehmen. Allerdings würden dann relevante PFAS-Belastungen in der Umwelt verbleiben. Das könnte wiederum bedeuten, dass das Trinkwasser vor der Verteilung aufbereitet werden muss ‒ was wiederum mit hohen Realisierungs- und Betriebskosten verbunden ist ‒ oder die sanierten Standorte weiterhin zu Umweltbelastungen führen, z. B. über Sickerwasser.

Handhabbare Anzahl sanierungsbedürftiger Standorte

Die Höhe des Summen-Konzentrationswertes gemäss Anhang 1 AltlV hat einen Einfluss auf die Anzahl der als sanierungsbedürftig zu klassierenden PFAS-Standorte. Grundsätzlich resultieren bei einem tiefen Summenkonzentrationswert mehr sanierungsbedürftige Standorte.

Mit gesamthaft drei Umfragen bei den kantonalen Altlastenfachstellen wurde der Anteil der sanierungsbedürftigen Standorte abgeschätzt (siehe Anhang 1). Generell zeigt sich, dass der Anteil der sanierungsbedürftigen Standorte, bezogen auf die