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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten

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Handlungsfeld 2 – Therapie und Beratung

Beratung und Therapie richten sich an abhängige Menschen, die Hilfe suchen. Angestrebt wird ein nachhaltiger Ausstieg aus der Sucht oder einen kontrollierten Umgang damit. Dazu gehört nicht nur die Förderung und Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Gesundheit, sondern auch die soziale Integration der Betroffenen. Beratungs- und Therapieangebote umfassen neben medizinischpsychiatrischen und sozialtherapeutischen Angeboten die Nachsorge, die Selbst- und die Angehörigenhilfe, und sie beziehen auch Fachpersonen aus der Sozialhilfe, der Invalidenversicherung, des

Migrations- und Integrationswesens oder anderen Einrichtungen ein. Dies erfordert die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen. Besonderes Augenmerk gilt der Erreichbarkeit aller betroffenen Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozio-kulturellem Hintergrund.

Ziel Menschen mit Suchtproblemen erhalten wirksame und umfassende Hilfe, um ihr

Suchtverhalten zu überwinden oder dieses zu kontrollieren.

Strategische Ziele

 Betroffene Menschen werden darin unterstützt, wieder umfassend körperlich und psychisch gesund und sozial und beruflich wieder integriert zu werden.

Täglich kommen Fachleute aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern mit Menschen in Kontakt, die suchtgefährdet sind. Sie beschäftigen sie sich mit wichtigen Aspekten für die erfolgreiche (Wieder-)Integration der Betroffenen in Beruf und in die soziale Gemeinschaft. Deshalb werden Fachleute aus Bereichen wie dem Bildungs- und dem Sozialwesen, der Justiz, der Polizei oder der IV in spezifischen Weiterbildungsveranstaltungen für die

Bedürfnisse von abhängigen Menschen sensibilisiert.

 Die Behandlungs- und Beratungsangebote richten sich am Bedarf und an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen und ihren individuellen Behandlungszielen aus.

Das BAG fördert die Entwicklung innovativer Behandlungsansätze, wie z.B. die Kurzzeitintervention über der Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen und Beratung. Diese zielt über Motivationsgespräche auf die Unterstützung der Betroffenen, um ihr Risikoverhalten zu reduzieren.

Das Online-Portal Safe Zone wird vom Bund und verschiedenen Kantonen angeboten und bietet anonyme und kostenlose Beratung per Mail, Chat und Sprechstunde durch

spezialisierte Suchtfachleute sowie Informationen, Links und Selbsttests an. Das anonyme Angebot spricht Betroffene und Angehörige in allen Phasen der Suchtentwicklung an.

Gemeinsam mit der Kantonsärztevereinigung und der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin entwickelte das BAG Empfehlungen zur Behandlung von Substitutionspatientinnen und -patienten. Diese Substitutionsempfehlungen werden laufend erneuert und neuesten wissenschaftlichen und fachlichen Erkenntnissen angepasst.

 Interdisziplinäre Behandlungsangebote und entsprechende Netzwerke werden

gefördert. Finanzierungsmodi sind geklärt.

Selbsthilfe wird als Ergänzung zu professionellen Suchthilfeangeboten gefördert. Selbsthilfeorganisationen werden übers Internet und an Fachtagungen bekannt gemacht. Zudem wird die Vernetzung zwischen diesen Angeboten und der professionellen Suchthilfe gestärkt.

Das BAG unterstützt die Qualitätsentwicklung im Suchthilfesystem mit dem

Qualitätssicherungsinstrument QuaTheDA (Qualität Therapie Alkohol Drogen). Damit

unterstützt das BAG die Suchthilfeinstitutionen darin, ideale Rahmenbedingungen für die Behandlung abhängiger Menschen zu schaffen.

23 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015