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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten

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2.2.3 Ein partizipativer Prozess

Die Suchtpolitik in der Schweiz ist aktuell ein dynamisches Feld. Viele Kantone und die meisten

Einrichtungen und Organisationen der Suchthilfe und Prävention entwickeln heute Konzepte mit einem umfassenden Ansatz. Die Partner des BAG und insbesondere die Verantwortlichen in den Kantonen wünschen sich eine klare strategische Ausrichtung der künftigen Suchtpolitik. Die Strategie Sucht nimmt diese Entwicklungen und Wünsche auf. Über die Strategie sollen alle Akteure darin unterstützt werden, die Suchtprävention zu stärken, ein breit ausgestaltetes Behandlungssystem sicherzustellen und die Früherkennung und Frühintervention von Abhängigkeiten oder proble-

matischem Konsum zu verbessern.

Die Strategie Sucht wurde partizipativ, also unter aktivem Einbezug der wichtigsten suchtpolitischen Akteure entwickelt. Das hierfür gebildete „Expertengremium“, in dem die wichtigsten Partner-

organisationen (Bund, Kantone, Fachverbände, NGOs und weitere) vertreten sind, hat im Winter 2014/2015 die aktuellen Herausforderungen sowie mögliche strategische Ziele der Strategie diskutiert sowie Wissen und Erfahrungen in den Entwicklungsprozess eingebracht.

2.3. Die wichtigsten Schnittstellen

Die Bewältigung suchtpolitischer Herausforderungen ist eine komplexe Aufgabe. Die Nationale

Strategie Sucht soll eine optimale Abstimmung mit allen gesundheitsrelevanten Politikbereichen sichern und Synergien mit anderen gesundheitspolitischen Strategien nutzen. Besonders zu nennen sind die Bestrebungen, die koordinierte Versorgung und die Schweizerische Gesundheits-

aussenpolitik zu stärken, mehr Transparenz über geeignete Monitoring-Systeme ins Schweizer

Gesundheitswesen zu bringen und die Chancengleichheit für alle Menschen in Bezug auf ihre

Gesundheit zu fördern.

Die wichtigsten Schnittstellen bestehen zur Nationalen Strategie Prävention nichtübertragbarer

Krankheiten (NCD-Strategie) und zu den aktuellen Aktivitäten zur psychischen Gesundheit.

2.3.1 Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie)

Die NCD-Strategie und die Strategie Sucht wirken beide im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention sowie in der Gesundheitsversorgung. Die Strategie Sucht legt den Schwerpunkt auf die Versorgung abhängiger Menschen (Früherkennung und Therapie von Abhängigkeit und Schadensminderung). Gesundheitsförderung und Prävention sind Schwerpunkte der NCD-Strategie. Während die Strategie Sucht sich auf das Viersäulen-Modell bezieht, orientiert sich die NCD-Strategie an der Unterscheidung zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Im Fokus der NCD-Strategie stehen Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Leiden der Atemwege und muskuloskelettale Erkrankungen. Gleichzeitig will diese die Prävention in der medizinischen Grundversorgung stärken. Die Schnittstellen zwischen der NCD-Strategie und der Strategie Sucht finden bei der Umsetzung der Strategien besondere Beachtung. Dies gilt insbesondere für gesundheitliche und Kostenfolgen von Tabak- und Alkoholmissbrauch sowie für Fragen der Prävention generell.

2.3.2 Psychische Gesundheit

Weil Abhängigkeit im medizinischen Sinn eine psychiatrische Diagnose ist, bestehen vielfältige

Bezüge zur Prävention psychischer Erkrankungen, aber auch zur Versorgung psychisch kranker Menschen. Viele Suchtpatientinnen und Suchtpatienten werden zumindest zum Teil in psychiatrischen Einrichtungen behandelt. Umgekehrt haben viele psychisch Kranke eine Zweitdiagnose «Abhängigkeit». Der Bericht «Psychische Gesundheit Schweiz», der sich aus Gesundheit2020 ableitet und der Bericht «Zukunft der Psychiatrie» haben zahleiche Bezüge zur Strategie Sucht. Dieser Tatsache wird bei der Umsetzung der Massnahmen Rechnung getragen.

11 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015