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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten

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1. Nationale Strategie für eine moderne, wirksame und kohärente Suchtpolitik

1.1 Sucht als gesellschaftliches Phänomen

Die Suche nach dem Rausch ist so alt wie die Geschichte der Menschheit, psychotrope Substanzen spielten in vielen Kulturen weltweit eine Rolle. Süchte sind also Begleiterscheinungen ihrer Kultur und ihrer Zeit. Während in Europa im 19. Jahrhundert insbesondere die «Trunksucht» Probleme bereitete, und der erste Weltkrieg das Zigarettenrauchen populär machte, beschäftigten in den 1980er- und 1990er-Jahren heroinabhängige Menschen die Medien, die Gesellschaft und die Fachleute. Das Konzept der «Lasterhaftigkeit», welches dem Drogenkonsum seit dem Mittelalter anhaftete, wurde erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts abgelöst durch die Einsicht, dass Menschen, die abhängig werden, Hilfe bedürfen, da Abhängigkeit eine komplexes bio-psychisch-soziales Krankheitsbild

darstellt.

1.2 Sucht und ihre Erscheinungsformen

Die meisten Menschen verhalten sich risikoarm, ohne sich und andere zu gefährden. Manchen jedoch gelingt es nicht, die Kontrolle über ihr Verhalten zu behalten. Suchterkrankungen bringen für die Betroffenen und ihr Umfeld unabhängig ihrer Ursache viel persönliches Leid und hohe Kosten für die Gesellschaft mit sich. Suchtformen und -gewohnheiten verändern sich laufend und passen sich

unserem gesellschaftlichen Kontext und Umfeld an. So rücken heute zunehmend Suchtformen wie die Geldspielsucht oder die exzessive Internetnutzung in den Fokus der Öffentlichkeit.

Die Strategie Sucht unterscheidet die Konsum- oder Verhaltensweisen nach ihrer Intensität und den damit verbundenen Risiken für das Individuum und die Gesellschaft:

Abb. 1: Sucht und ihre Erscheinungsformen

5 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015