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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten

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3.3 Gesundheitliche Folgen und Mortalität

Jeder siebte Todesfall – rund 9'000 jährlich – hat mit dem Rauchen zu tun, 1'600 Menschen sterben an den Folgen des Alkoholmissbrauchs und es werden jährlich rund 120 Drogentote gezählt.

Übermässiger Substanzkonsum und Risikoverhalten stehen in einem grösseren gesundheitlichen Zusammenhang: Sie begünstigen die Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten (NCD),

führen zu Unfällen und Gewalt. Nach wie vor gilt es zudem, Drogenkonsumierende und damit die ganze Gesellschaft vor Neuansteckungen mit übertragbaren Krankheiten wie HIV und Hepatitis zu schützen. Ebenfalls aus Sicht der öffentlichen Gesundheit relevant ist der Zusammenhang

zwischen Abhängigkeiten und Suizidalität.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Die gesundheitlichen Folgen von Risikoverhalten und Abhängigkeit sind vielfältig. Oftmals haben abhängige Menschen gleichzeitig weitere psychische Probleme. Insbesondere der Konsum illegaler Drogen hat übertragbare Krankheiten zur Folge. Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen dem Konsum illegaler Drogen und der Übertragung von Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis.11 Während die Neuansteckungen von HIV mit den schadensmindernden Massnahmen stark reduziert werden konnten, sind heute in niederschwelligen Institutionen schätzungsweise 40% der Nutzenden Hepatitis-C-positiv.

Eine erhöhte Mortalität im Zusammenhang mit Risikoverhalten und Abhängigkeit ist insbesondere durch nichtübertragbare Krankheiten bedingt. Krebserkrankungen und Herz-Kreislauferkrankungen sind über die ganze Bevölkerung die häufigsten Todesursachen (56% bei den Frauen, 49% bei den Männern). Jeder siebte Todesfall oder rund 9‘000 stehen im Zusammenhang mit Tabak, 59% dieser Menschen sterben an Lungenkrebs, Herz-Erkrankungen oder chronisch-obstruktiven Lungen-

erkrankungen12. Jeder elfte Todesfall geschieht im Zusammenhang mit Alkohol. Im Jahr 2011 waren dies rund 1‘600 Tote im Alter von 15 bis 74 Jahren, drei von fünf dieser Todesfälle sind bedingt durch chronisch starken Alkoholkonsum.13 Leberzirrhose verursacht mehr als 600 alkoholbedingte Todesfälle jährlich.

Ein wichtiger drogenpolitischer Indikator ist die Anzahl direkte Drogentodesfälle (durch Über-

dosierung). Während zu Beginn der 1990er-Jahre jährlich mehr als 400 Drogentote zu beklagen waren, ging die Zahl seither kontinuierlich zurück und liegt seit einigen Jahren relativ stabil bei rund 120 Menschen. Es kann davon ausgegangen werden, dass schadensmindernde Konsumbedingungen die Menschen vor diesem vorzeitigen Tod bewahren.

Speziell bei den Männern fällt zudem die hohe Anzahl an Todesfällen auf Grund von Unfällen und Gewalteinwirkungen auf. Rund die Hälfte oder 507 (auf total 1‘039 Todesfälle) der Männer zwischen 15 und 44 sterben in Folge von Unfällen und Gewalteinwirkung, davon waren wiederum die Hälfte Suizide. Schätzungen gehen davon aus, dass von den rund 1‘000 Personen, die sich pro Jahr in der Schweiz das Leben nehmen, etwa ein Fünftel der Menschen auch Alkoholprobleme hatten.14 Auch bei geldspielabhängigen Menschen sind entsprechende Zusammenhänge bekannt.15

11 Somaini (2002).

12 BfS 2009

13 Marmet, Gmel, Frick 2013

14 von Greyerz, S., Keller-Guglielmetti, E. (2005). Suizid und Suizidprävention in der Schweiz - Bericht in Erfüllung des Postulates Widmer (02.3251). Bern: Bundesamt für Gesundheit (BAG).

15 Simon (2012): 868.

16 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015