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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten
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Nationale Strategie Sucht in Kürze
Die meisten Menschen verhalten sich risikoarm, ohne sich und andere zu gefährden. Manchen jedoch gelingt es nicht, die Kontrolle über ihr Verhalten zu behalten. Suchterkrankungen, die so entstehen können, bringen für die Betroffenen und ihr Umfeld viel persönliches Leid mit sich. Aber auch die Gesellschaft als Ganzes wird durch die Folgekosten von medizinischen Behandlungen, bean-
spruchtem Sozialwesen, Arbeitsausfall und volkswirtschaftlichen Schäden belastet. Darüber hinaus verursacht der Konsum legaler und illegaler psychoaktiver Substanzen viele Unfälle sowie Gewalt- und Kriminalität. Sucht und Abhängigkeit sind gesellschaftliche Probleme, die im Interesse der
betroffenen Menschen und der gesamten Bevölkerung ein Zusammenwirken aller involvierten Akteure erfordern. Die bisherigen Nationalen Programme in den Bereichen Alkohol und Tabak sowie das Massnahmenpaket Drogen bildeten hierfür eine solide Basis. Doch Verhaltensmuster und Konsumtrends verändern sich laufend. Die Suchtpolitik ist deshalb ein dynamisches Feld, welches sich
ständig neuen Herausforderungen stellen muss.
Nationale Strategie für eine moderne, kohärente und wirksame Suchtpolitik
Im Rahmen der gesundheitspolitischen Gesamtschau «Gesundheit2020» hat der Bundesrat
entschieden, die Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung zu intensivieren. Im Juni 2014 wurde das Bundesamt für Gesundheit vom Bundesrat damit beauftragt, gemeinsam mit seinen
Partnern bis im Herbst 2015 eine Nationale Strategie Sucht und im 2016 den dazu passenden
Massnahmenplan zu erarbeiten.
Übergeordnete Ziele und Mehrwert
Die Nationale Strategie Sucht verfolgt folgende übergeordnete Ziele:
• Suchterkrankungen werden vorgebeugt.
• Abhängige Menschen erhalten die notwendige Hilfe und Behandlung.
• Gesundheitliche Schäden werden vermindert.
• Negative Auswirkungen auf die Gesellschaft werden vermieden.
Mit der Nationale Strategie Sucht besteht erstmals ein übergreifender Orientierungs- und Handlungsrahmen, der es dem Bund, den Kantonen und weiteren Akteuren ermöglicht, partnerschaftlich
Lösungen mit einem Blick aufs Ganze zu entwickeln und aufeinander abgestimmt umzusetzen. Die Strategie Sucht baut auf den bisherigen Erfolgen auf und sichert die Kontinuität, in dem sie die Vielfalt, Qualität, Effizienz und Finanzierung des bestehenden Angebots von Suchtprävention und Behandlung sichert. Sie strebt aber auch die Weiterentwicklung der Suchthilfe an, um vorhandene Lücken zu schliessen und Synergien zu schaffen. Dazu unterstützt und koordiniert die Strategie Sucht das Zusammenspiel aller suchtpolitischen Akteure, auch ausserhalb der engeren Suchthilfe, mit dem Ziel, eine wirksame und kohärente Versorgung sowie neue substanz- und fachübergreifende Synergien und Kooperationen zu sichern und die Kräfte zu bündeln.
Was Sucht ist, und wie die Gesellschaft damit umgeht, verändert sich im Lauf der Zeit und hängt stark von gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Konsumtrends und Verhaltensmustern begegnet die
Strategie Sucht, indem sie Sucht als umfassendes Phänomen betrachtet, das alle bisherigen und neuen Substanzen und Verhaltensweisen mit einschliesst, welche potenziell abhängig machen und alle gesellschaftlichen Bereiche einbezieht, die Einfluss auf die Entstehung von Abhängigkeit haben.
Die Strategie Sucht stellt das Wohl und die Gesundheit des Menschen ins Zentrum ihres Wirkens. Im Grundsatz wird davon ausgegangen, dass der Mensch Verantwortung für sich, seine Gesundheit und seine Umwelt übernimmt. Sie will Informationen vermitteln und so dazu beitragen, dass die
Menschen ihre individuellen Entscheide in Kenntnis der Folgen und Risiken treffen können. Die
3 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015