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Vernehmlassung 2015/18: Nationale Strategie Sucht · 31 Seiten
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4. Nationale Strategie Sucht 2017–2024
4.1 Leitgedanken der Strategie Sucht
Die Strategie Sucht stellt das Wohl und die Gesundheit des Menschen ins Zentrum ihres Wirkens. Im Grundsatz wird davon ausgegangen, dass der Mensch Verantwortung für sich, seine Gesundheit und seine Umwelt übernimmt. Wenn jedoch Substanzkonsum oder Verhaltensweisen zu einer
Abhängigkeit führen, rücken Fragen des individuellen und gesellschaftlichen Umgangs mit suchtrelevanten Aspekten in den Vordergrund.
Die Strategie Sucht baut auf den nachfolgenden Leitgedanken auf.
Das Individuum und sein Umfeld, seine Lebensumstände und seine Fähigkeit, die eigene Lebenswelt mitzugestalten, sind für den Umgang mit dem Thema Sucht zentral. Aus diesem Grund ist die die Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale der Menschen ein wichtiges Anliegen der Strategie Sucht.
Den individuellen Bewältigungsressourcen sind jedoch Grenzen gesetzt. Gesellschaftliche Realitäten wie die Veränderung der Arbeits-, Umwelt- und Lebensbedingungen oder die Verfügbarkeit von verschiedenen Substanzen und Angeboten spielen bei der Entstehung oder Vermeidung von
Abhängigkeiten eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund kommt den Rahmenbedingungen eine hohe Bedeutung zu. Diese sollen so gestaltet werden, dass sie die Menschen dazu einladen, gesund zu leben. Zentrale Anliegen sind die Verhinderung des Einstiegs in einen problematischen Konsum, der zur Abhängigkeit führen kann, die frühzeitige Unterstützung gefährdeter Personen und die
Unterstützung beim Ausstieg. Eine gemeinschaftlich getragene Suchthilfe kommt dem
gesellschaftlichen Zusammenleben zugute.
Trotz der Fähigkeit jedes einzelnen, gesund zu leben, und auch wenn die Rahmenbedingungen eine gesunde Lebensweise erleichtern, können Menschen die Kontrolle über ihren Substanzkonsum oder ihr Verhalten verlieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie Sucht besteht deshalb darin, den Menschen, die krank werden oder die gefährdet sind, solidarisch beizustehen und ihnen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Gesundheitszustand, Lebensbedingungen und Lebensqualität von Süchtigen und ihren Angehörigen sollen durch adäquate Angebote verbessert werden. Darüber hinaus sind die bessere Vernetzung der verschiedenen Akteure und die Sicherstellung der Finanzierung der Beratungs- und Behandlungsangebote für ein gut funktionierendes Suchthilfesystem zentral.
4.2 Übergeordnete Ziele der Strategie Sucht
Die meisten Menschen haben einen vernünftigen, massvollen und risikoarmen Umgang mit psychoaktiven Substanzen und mit Verhaltensweisen, die in die Abhängigkeit führen können. Dort wo sie die Kontrolle zu verlieren drohen und sich oder anderen Schaden zufügen, sollen Suchtprävention
(inklusive Früherkennung und Frühintervention) und strukturelle Massnahmen (inklusive Regulierung und Vollzug) vorbeugend eingreifen und dort, wo Menschen zu Suchtpatientinnen oder Suchtpatienten werden, soll sie ein Netz von Suchthilfeangeboten auffangen.
Daraus leiten sich die folgenden übergeordneten Zielsetzungen der Nationalen Strategie Sucht ab:
• Suchterkrankungen werden verhindert.
• Abhängige Menschen erhalten die notwendige Hilfe und Behandlung.
• Gesundheitliche Schäden werden vermindert.
• Negative Auswirkungen auf die Gesellschaft werden verringert.
20 I Nationale Strategie Sucht 2017–2024 Entwurf, Version vom 07.05.2015