Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2015/75: Anpassung des Berechnungsmodells für den kalkulatorischen Zinssatz gemäss Art. 13 Abs. 3 Bst. b der StromVV (WACC) · 30 Seiten
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• Die heutige Ausgangslage beim Referenzzinssatz für das Fremdkapital ist mit -0.5% anzusetzen.
Beide Punkte zusammengerechnet ergeben die von IFBC vorgeschlagenen 0.5% für den risikolosen nominalen Zinssatz für das Fremdkapital. Hinzukommen kommt der „Bonitätsspread“ sowie die Emissions- und Beschaffungskosten, so dass sich ein Fremdkapitalkostensatz von 1.75% ergibt. Eine rein empirische Betrachtung hätte zu tieferen Kosten geführt und hätte gemäss IFBC nicht der geltenden Praxis entsprochen. Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) ergänzt, dass er im Kreditausschuss einer mittleren bis grösseren Bank für das Retailgeschäft tätig ist und bestätigt, dass sich auch kleinere Unternehmen im Moment zu relativ günstigen Zinskonditionen finanzieren können.
Aline Clerc (Kanton VD) fragt bezüglich der Darstellung auf der Seite 36 des Berichts von IFBC, ob bei der Kapitalstruktur auch kleinere EVUs betrachtet worden sind. Bei der Berechnung des WACC mit einer Gewichtung von je 50% Eigen- und Fremdkapital hat sie als Resultat für den WACC den Wert von 4.3% erhalten. Nach ihrer Meinung hat das Finanzierungsverhältnis Eigenzu Fremdkapital einen recht grossen Einfluss auf den Wert des WACC.
Thomas Vettiger (IFBC) erklärt, dass man bei der WACC-Berechnung eine Kapitalstruktur zu Marktwerten und nicht zu Buchwerten verwendet. Der WACC ist ein Marktwert und das bedeutet, dass die Kapitalstruktur kleiner EVUs nicht berücksichtigt werden können, da diese ganz einfach keinen Marktwert haben. Die Peer Group für die Kapitalstruktur ist dieselbe wie diejenige zur Bestimmung des Beta der Stromnetzbranche. Der Einfluss der Kapitalstruktur hat auf das Resultat des WACC nur einen marginalen Einfluss. Die bestehenden Eigenkapital- und Fremdkosten dürfen nicht mit einem anderen Prozentsatz gewichtet werden. Wenn sie ein Unternehmen mit mehr günstigem Fremdkapital ausstatten, steigt gleichzeitig der Eigenkapitalkostensatz. Das bedeutet mehr günstiges Fremdkapital und teurer werdendes Eigenkapital führt wieder zum selben Ergebnis für den gesamten WACC. Wenn die Steuern in dieser Betrachtung vernachlässigt werden, wird das Ergebnis beim WACC identisch sein, weil das Risiko auf dem Eigenkapital steigt, wenn sie weniger Eigenkapital und mehr Fremdkapital haben. Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) ergänzt, dass es sich bei diesem Sachverhalt um das Modigliani-Miller-Theorem handelt, welches 1958, 1961 und 1963 in wissenschaftlichen Artikeln dargelegt worden sei.
Bereits vor drei Jahren ist die Diskussion zu diesem Modell von IFBC geführt worden, ergänzt Stefan Witschi (BKW). Damals ist gesagt worden, dass die Zinsentwicklung seit 1990 beobachtet worden sei und die Grenze für den risikolosen Zinssatz für das Fremdkapital bei 2% festgelegt werden muss, mit den entsprechenden Überlegungen von IFBC. Stefan Witschi (BKW) möchte wissen, ob damals dieser sinkende Trend bei den Fremdkapitalzinsen nicht vorausgesehen werden konnte und ob in diesen drei Jahren genug Informationen gesammelt worden sei, um eine solch markante Anpassung des risikolosen Zinssatzes beim Fremdkapital vorzunehmen.
Thomas Vettiger (IFBC) antwortet, dass der sinkende Zinstrend nicht vorhersehbar war. Unklar ist auch, ob man mit der derzeitigen Anpassung des WACC für die Zukunft endgültig abgesichert sei. IFCB argumentiert aus der neutralen Perspektive, dass der Fremdkapitalkostensatz möglichst die Aktualität widerspiegeln soll.