Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2015/75: Anpassung des Berechnungsmodells für den kalkulatorischen Zinssatz gemäss Art. 13 Abs. 3 Bst. b der StromVV (WACC) · 30 Seiten

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4.5 Fragerunde der Anhörung WACC vom Dienstag, den 29. September 2015

Dominik Zimmermann (EBM) will bezüglich des „Bonitätsspreads“ wissen, warum die Bonität der Stromnetzbranche neu auf A fixiert wurde. Gemäss seiner Einschätzung findet eine deutliche Bewegung der schweizerischen Stromnetzbetreiber zum Rating BB statt. Dominik Zimmermann (EBM) findet, dass das Rating A zu hoch sei. Was sind die Einschätzungen und Überlegungen seitens IFCB, ein Rating von A festzulegen?

Thomas Vettiger (IFBC) stimmt den Aussagen von Dominik Zimmermann (EBM) bezüglich den Ratings der schweizerischen EVUs generell zu. Es ist aber im Speziellen zu bemerken, dass diese Ratings relativ wenig mit dem Stromnetz selbst zu tun haben sondern mit anderen finanziellen Entwicklungen im Strommarkt. Die Bewertung der Ratings ist vorwiegend auf (Strom-)Netzanbieter im Ausland ausgerichtet worden. Die Ratings dieser ausländischen Unternehmen sind gesunken. Der Auftrag seitens BFE ist es gewesen, einen WACC für das schweizerische Stromnetz zu definieren und nicht für die Konzerne Alpiq, Axpo oder BKW als Ganzes.

Walter Müller (GGS) fragt sich, ob die ausländischen Netzbetreiber in der Peer-Group einer Anreizregulierung unterliegen oder ob sie auch in im Rahmen einer Cost-Plus-Regulierung agieren wie in der Schweiz.

Markus Varga (IFBC) antwortet, dass bereits im Gutachten von 2012 ausführlich über die Peer-Group geschrieben worden sei. Es handelt sich hierbei um eine europäische Peer-Group, welche sich aus zwölf Unternehmen zusammensetzt. Es gibt wenige reine Stromnetzbetreiber in Europa. Entsprechend sind die Auswahlkriterien der Peer Group so festgelegt worden, dass das Hauptgeschäft des börsenkotierten Unternehmens das Stromnetz sein muss. Die Risikoabschätzung ist derart erfolgt, dass die einzelnen Betas der Unternehmen der Peer Group sehr genau analysiert worden sind. Es sind in der Auswahl nur reine Stromnetzbetreiber betrachtet worden, um eine adäquate Risikoabschätzung der Stromnetzbranche als solche zu gewährleisten. Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) ergänzt, dass die Banken die Bonität von Unternehmen so beurteilen, dass sie die hohe Stabilität der Einnahmen bei den Stromnetzbetreibern entsprechend stark positiv gewichten. Eine Bank tendiere im bankeninternen Rating in der Regel dazu, die Stromnetzbetreiber gegenüber anderen Unternehmen zu bevorzugen.

Peter Lehmann (DSV) gratuliert Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) für das Berechnungsmodell des WACC, das nun schon einige Jahre Bestand hat. Was jedoch für Peter Lehmann (DSV) als Vertreter der kleinen EVUs zu wenig deutlich wird, ist der Bezug der WACC-Berechnung zu den kleineren EVU. Diesbezüglich hat er folgende drei Fragen an IFCB:

• Ist bei der Beurteilung der Fremdkapitalzinsen die effektive finanzielle Situation der kleineren EVU’s empirisch erfasst worden?

• Im Bericht von IFBC wird der Mindestwert für das risikolosen Fremdkapital von 0.5% angegeben. Wie wird dieser Wert genau berechnet?

• Warum sollte der WACC für das Netz tiefer sein als der WACC für KEV-Anlagen?

Thomas Vettiger (IFBC) antwortet auf die erste Frage, dass leider bei den kleineren EVU generell die Transparenz fehle. IFBC verfüge über keine Kreditverträge kleinerer EVU, woraus die