Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2015/75: Anpassung des Berechnungsmodells für den kalkulatorischen Zinssatz gemäss Art. 13 Abs. 3 Bst. b der StromVV (WACC) · 30 Seiten
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Stefan Muster (VSE) bemerkt, dass nicht empirisch betrachtet worden sei, wie sich die einzelnen EVUs tatsächlich finanziert haben. Thomas Vettiger (IFBC) entgegnet, dass IFBC die geltende Finanzierungspraxis der Banken kenne.
Niklaus Mäder (VSE) weist darauf hin, dass es im Moment die vernünftigste Strategie sei, wenn man sich für ein flexibles Finanzierungsprodukt entscheidet, nämlich einen flexiblen Libor-Zinssatz. Dies sei gleich bedeutend, wie wenn ein Hausbesitzer sich nur noch für flexible Hypotheken entscheiden würde. Dabei gelte doch die goldene Bilanzierungsregel, dass die langfristigen Passiven durch langfristiges Kapital gedeckt sein sollten.
Thomas Vettiger (IFBC) erwidert, dass es bei der Finanzierung des Hauses umgekehrt sei, weil die Endfinanzierung selbst verdient werden muss. Wenn sich heute eine Unternehmung verschuldet, kostet dies ungefähr so viel wie das Beispiel von IFCB aufzeigt. Wenn ein Unternehmen glaubt, dass heute ein wirklich günstiges Zinsumfeld herrscht, dann wird es sich mit Kapital eindecken und dieses Geld möglichst langfristig binden. Sinken hingegen die Zinsen weiter, dann wäre diese Massnahme nicht adäquat und die kurzfristige Schuldenaufnahme wäre die bessere Option. Dies ist das generelle Risiko bei der Finanzierung. Für die langfristige Stabilität muss zwingend der Fremdkapitalkostensatz aktuell sein. Das EVU muss aus Sicht von IFCB das Zinsrisiko nicht zwingend eingehen. Gemäss Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) gilt die goldene Bilanzierungsregel weiterhin. Dies habe mit dem beschriebenen Problem nichts zu tun.
Wieso ist beim risikolosen Zinssatz der eine Zinssatz beim Eigenkapital in der Höhe von 2.5% beibehalten und der andere beim Fremdkapital von 2% auf 0.5% verändert worden? Diese Frage stellt sich Christian Bigler (Kanton SH).
Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) entgegnet, dass die Bezeichnung im Englisch rf (risk free rate of return) in den wissenschaftlichen Formeln nicht immer dasselbe sei. Für die Risk Premium Rate (rm – rf), gilt ein rf über eine ganz lange Frist. Zudem gibt es ein rf bei den Eigenkapitalkosten, welches ebenfalls so bezeichnet wird, das die erwartete Rendite der Eigenkapitalgeber abbilde. Die Empirie zeige, dass insgesamt die Renditeerwartungen, wenn sie nachhaltig berechnet werden, relativ stabil sind. Beim rf für die Fremdkapitalkosten ist ein aktueller Sachverhalt relevant. Es ist jedoch sehr verwirrend immer dasselbe Symbol für etwas zu benutzen, welches empirisch de facto nicht dasselbe sei.
Walter Müller (GGS) fragt sich, ob eine Korrelation zwischen dem WACC und den Investitionen in ein (Strom-)Netz bestehe.
Prof. Dr. Rudolf Volkart (IFBC) antwortet, dass es nicht möglich sei, eine vernünftige Korrelation dieser beiden Grössen zu bestimmen. Wenn schon dann schon müsste man in einem Mehrfaktorenmodell mit vielen Einflussfaktoren herausfiltern, welcher Faktor wie viel Einfluss auf den WACC hat.. Auch sei nicht klar, ob ein Effekt von A nach B wirke oder ob nicht viel mehr der umgekehrte Einfluss gelte. Insgesamt sei das Ganze sehr viel komplizierter, als allgemein angenommen würde.