Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 34 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 14Fedlex · Erläuternder Bericht
5 Raumplanung und Umwelt
5.1 Raumplanung
Geologische Tiefenlager müssen sowohl die Vorgaben der Raumplanungs- wie auch der Umweltschutzgesetzgebung erfüllen. Entsprechend beurteilte das ARE die Standortareale für die Oberflächenanlage aus raumplanerischer Sicht. Das ARE und das BFE führten eine sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie (SÖW) zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen durch. Diese nimmt eine Abschätzung der Auswirkungen eines geologischen Tiefenlagers auf die Standortregion in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft vor.
5.1.1 Sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie SÖW
In Etappe 2 wurden die Auswirkungen auf die Standortregionen nach sozioökonomischen und ökologischen Kriterien bewertet und miteinander verglichen. Dazu wurden verschiedene Indikatoren für die drei zu untersuchenden Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft festgelegt und angewandt.
Die SÖW hatte zum Ziel, die Auswirkungen geologischer Tiefenlager auf die Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft anhand über 40 Indikatoren zu untersuchen. Bei den Wirtschaftsindikatoren wurden die Wirkungen auf die gesamte Standortregion beurteilt. Bei den Umwelt- und Gesellschaftsindikatoren standen die lokalen Wirkungen im Vordergrund. Die Wirkungsstudie zeigte, dass im Bereich Wirtschaft das Ausmass der Auswirkungen von der Höhe der Investitionskosten für den Bau eines Tiefenlagers abhängig ist. Das bedeutet, je stärker die Branchen Hoch- und Tiefbau sowie Metallerzeugung und -bearbeitung in einer Region vertreten sind, desto mehr Wertschöpfung, Beschäftigung und in der Folge auch Steuereinnahmen sind durch den Bau eines Tiefenlagers zu erwarten. Regionen mit vergleichsweise hohen Anteilen an sensiblen Branchen (Tourismus und Landwirtschaft) sind hingegen von einem Tiefenlager potenziell negativ betroffen. Bezüglich Umwelt ergab die Studie, dass ein geologisches Tiefenlager die stärksten Auswirkungen auf den Flächenverbrauch – insbesondere wenn es Fruchtfolgeflächen sind
– sowie auf allfällige Wildtierkorridore hat oder auch Deponien für das Ausbruchmaterial mit sich bringt. Ebenfalls relevant sind die unterschiedlichen Voraussetzungen der Oberflächenstandorte hinsichtlich der Anbindung an das Bahn- und Strassennetz. Wenig oder keine Wirkungen ergeben sich auf Schutzgebiete und Grundwasserschutzzonen, da diese aufgrund der Kriterien des Standortsuchprozesses bereits weitgehend ausgeschlossen wurden. Je dichter das Siedlungsgebiet, je bedeutender das angestrebte Siedlungswachstum und je besser die Oberflächenanlage sichtbar ist, desto negativer werden die Standorte im Bereich Gesellschaft bewertet. Die Bewertung ist weniger negativ, wenn sich bereits Industrie und Gewerbe in Standortnähe befindet.