Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/11: Revisionen der Maturitäts-Anerkennungsverordnung und der Verwaltungsvereinbarung über die Anerkennung von Maturitätszeugnissen · 23 Seiten

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6 Auswirkungen

6.1 Auswirkungen auf Bund und Kantone

Bund (SBFI) und Kantone (EDK) beteiligen sich gegenwärtig zu je 50 Prozent an den Kosten des WEGM-Projekts. Das Inkrafttreten der neuen Bestimmungen von MAR/MAV wird keine direkten finanziellen und personellen Auswirkungen auf den Bund haben. Mit der Revision ändert sich der Inhalt der gymnasialen Maturität, die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen bleibt jedoch unangetastet.

Die neuen Bestimmungen von MAR/MAV haben je nach Ausgangslage in den einzelnen Kantonen unterschiedliche finanzielle und personelle Auswirkungen auf die Kantone. Die Einführung der Mindestdauer des Maturitätslehrgangs von vier Jahren betrifft die Kantone Bern (französischsprachiger Teil), Jura, Neuenburg und Waadt zum Beispiel im Bereich der Infrastruktur. Die Einführung von neuen Anerkennungsbedingungen kann zum Beispiel im Bereich der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung zu finanziellen und personellen Auswirkungen führen. Sie hängen von den jeweiligen Voraussetzungen in den einzelnen Kantonen ab.

6.2 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

Von den neuen Bestimmungen sind positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zu erwarten. Zum Beispiel soll mit dem verbindlichen Angebot einer Berufs-, Laufbahn- und Studienberatung die Zahl der Studienabbrüche gesenkt und die Studiendauer verkürzt werden. Mit der Förderung der Digitalisierung werden die Maturandinnen und Maturanden Kompetenzen für das Leben und Arbeiten in einer digitalen Welt erwerben. Verlässliche Quantifizierungen der volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Bildungsausgaben sind jedoch schwierig, da sie langfristige Investitionen darstellen.

6.3 Auswirkungen auf die Gesellschaft

Die neuen Bestimmungen von MAR/MAV haben in ausgewählten Bereichen positive Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die Verankerung des transversalen Themas Politische Bildung im Rahmenlehrplan unterstützt die politische Partizipation. Mit der Förderung der Chancengerechtigkeit wird die Inklusion von Bevölkerungsgruppen gestärkt. Die Förderung von sozialen Aktivitäten hat positive Auswirkungen auf das Gemeinwohl. Die Förderung des Austauschs und der Mobilität fördert den schweizerischen Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen und den interkulturellen Austausch über die Landesgrenzen hinaus.

6.4 Auswirkungen auf die Umwelt

Von den neuen Bestimmungen sind keine direkten umweltpolitischen Auswirkungen zu erwarten. Indirekte Auswirkungen können durch die Verankerung des transversalen Themas Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Rahmenlehrplan resultieren, indem in den einzelnen Schulen entsprechende Aktivitäten konzipiert und durchgeführt werden.

6.5 Andere Auswirkungen

Die Schaffung eines Forums zur inhaltlichen Pflege und Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität fördert die Kooperation und den gesamtschweizerischen Fachdialog zwischen Institutionen und Organisationen. Diese Zusammenarbeit stärkt den schweizerischen Bildungsraum auch im internationalen Kontext.