Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/11: Revisionen der Maturitäts-Anerkennungsverordnung und der Verwaltungsvereinbarung über die Anerkennung von Maturitätszeugnissen · 23 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 7Fedlex · Erläuternder Bericht

4.1 Zentrale Stossrichtungen der Weiterentwicklung im Überblick

Die zentralen Stossrichtungen der Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität sind die folgenden:

Stossrichtung Erklärung Elemente der Umsetzung

 Breites Fächerangebot im

Grundlagenbereich

Die beiden finalen Bildungsziele,  Erweiterte Wahlmöglichkeiten im

Stärkung der beiden persönliche Reife für allgemeine Wahlpflichtbereich

Bildungsziele der Studierfähigkeit und für die  Stärkung der Wissenschaftspropädeutik

gymnasialen vertiefte Gesellschaftsreife,  Stärkere Gewichtung der

Maturität werden gestärkt und sind Maturitätsprüfung

gleichwertig.

 Stärkere Gewichtung der basalen

fachlichen Kompetenzen für Allgemeine

Studierfähigkeit (BfKfAS)

 Einbezug transversaler Themen (z.B.

Bildung für nachhaltige Entwicklung,

Die gymnasiale Ausbildung Politische Bildung und Digitalisierung)

Stärkung der bereitet auf den Umgang mit den

 Einbezug transversaler Kompetenzen Zukunftsfähigkeit der aktuellen und zukünftigen

(z.B. Interdisziplinarität, überfachliche gymnasialen gesellschaftlichen

Kompetenzen und

Ausbildung Herausforderungen und deren

Wissenschaftspropädeutik)

Bewältigung vor.

 Stärkung der Interkulturalität (Austausch

und Mobilität)

 Einheitliche Mindestdauer

Die Vergleichbarkeit ist eine

Verbesserung der  Stärkung der BfKfAS

zentrale Voraussetzung, um den

Vergleichbarkeit der  Stärkung der Verknüpfung von MAR/MAV erfolgreichen Beginn eines

Maturitätszeugnisse mit dem Rahmenlehrplan (Formulierung Studiums sicherzustellen.

der Anforderungen)

 Förderung der Chancengerechtigkeit

Die Voraussetzungen für den  Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Klärung der

Zugang zum Maturitätslehrgang (BSLB)

Rahmenbedingungen

sowie die Qualität und die

für den  Qualitätssicherung und -entwicklung sowie Steuerung des Gymnasiums

Maturitätslehrgang Berichtswesen

werden geklärt bzw. gestärkt.

 Weiterbildung der Lehrkräfte

4.2 Erläuterungen zu den einzelnen Stossrichtungen

4.2.1 Stärkung der beiden Bildungsziele der gymnasialen Maturität

Das Erlangen der persönlichen Reife für «allgemeine Studierfähigkeit» (d.h. alle Maturandinnen und Maturanden erlangen die Kompetenzen, jedes Studium erfolgreich beginnen zu können)25 und für «vertiefte Gesellschaftsreife» (d.h. Vorbereitung auf anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft) bilden wie bis anhin die Bildungsziele der gymnasialen Maturität (bisher Art. 5 MAR/MAV, neu Art. 8 E-MAV). Die starke Vernetzung der beiden Bildungsziele gehört zu den spezifischen Merkmalen der gymnasialen Maturität. Unter dem Titel der «persönlichen Reife» sind sie untrennbar miteinander verbunden.

Die beiden Bildungsziele haben nur teilweise übereinstimmende curriculare Folgewirkungen. Die meisten Inhalte, die dem Aufbau und der Förderung der allgemeinen Studierfähigkeit dienen, stellen auch einen Beitrag zum Erwerb der vertieften Gesellschaftsreife dar. Umgekehrt handelt es sich aber nicht bei allen

25 Studierfähigkeit kann sich in diesem umfassenden Sinn auch erst im Verlauf des Studiums voll entwickeln. Zu Beginn muss sie aber mindestens die Befähigung zur erfolgreichen Aufnahme des gewählten Studiums umfassen. Vgl. dazu Eberle & Brüggenbrock, 2013, S. 96f.