Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2022/17: Revision der Zivilstandsverordnung (ZStV) und der Verordnung über die Gebühren im Zivilstandswesen (ZStGV) · 25 Seiten
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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Revision der Zivilstandsverordnung und der Ver-
ordnung über die Gebühren im Zivilstandswesen
4.2 Bürgerrechtserfordernis für Zivilstandsbeamtinnen und Zivilstandsbeamte (Art. 4 Abs. 3 Bst. a und Abs. 6 VE-ZStV)
Die Aufhebung des Bürgerrechtserfordernisses auf Verordnungsebene für Zivilstandsbeam- tinnen und Zivilstandsbeamten wird von 16 Kantonen114, 3 Parteien115 und 6 Organisatio- nen116 vollumfänglich begrüsst, wobei das Erfordernis auch nicht auf gesetzlicher Ebene zu verankern sei. Dies vielfach mit der Begründung, dass diese Aufhebung einem möglichen Fachkräftemangel im Bereich des Zivilstandswesens entgegenwirken könnte.117 Weiter sei es nicht ersichtlich, wie die Voraussetzung des Schweizer Bürgerrechts mit der Eignung als Zivil- standsbeamte oder Zivilstandsbeamtin zusammenhänge. Dies auch deshalb weil die Gefahr von Missbräuchen im Bereich der Registerführung ohnehin nicht von der Staatsangehörigkeit abhängen würde.118 Im Vordergrund für die Wahl zur Zivilstandsbeamtin oder Zivilstandsbe- amten würden vielmehr, unabhängig von der Nationalität, die fachlichen und persönlichen Qualitäten stehen.119 Im Übrigen wird dabei von einem Kanton120 angeführt, dass den Zivil- standsbeamtinnen und -beamten bei der Vergabe des Schweizer Bürgerrechts kein Entschei- dungs- oder Ermessensspielraum zukomme. Ein Kanton121 und eine Partei122 betonen aller- dings, dass bei der Anstellung auch auf die Vertrautheit mit den lokalen Gewohnheiten
abzustellen sei, welche regelmässig nach längerem Wohnsitz in einer Region erreicht werde. Dagegen wird von einer Organisation123 vertreten, dass das Argument, Personen ohne
Schweizer Bürgerrecht seien zu wenig mit der Schweizer Rechtsordnung vertraut, genauso auch auf Schweizer und Schweizerinnen zutreffen könne. Da Zivilstandsbeamtinnen und -be- amten grundsätzlich mit allen Teilen der Bevölkerung Kontakt hätten, sollte keine Bevölke- rungsgruppe kategorisch ausgeschlossen werden.124 Das Bürgerrechtserfordernis stelle eine ungerechtfertigte Diskriminierung dar.125 Daher wird begrüsst, dass strukturelle Diskriminie- rungen durch die Aufhebung reduziert und mehr berufliche Möglichkeiten für fähige und fach- lich qualifizierte126 ausländische Personen geschaffen würden.127 Ein Hintergrund in einer an- deren Kultur oder besondere Sprachkenntnisse bei der Ausübung der Tätigkeit könnten gar von Nutzen sein.128 Mehrfach wird vorgebracht, die Einschränkung sei nicht mehr zeitge- mäss.129 Mitarbeitende des Kantons ohne Schweizer Bürgerrecht würden heute auch andern- orts – namentlich beim Migrationsamt130 oder der Polizei131– hoheitliche Aufgaben erfüllen,
114 AR (S. 1), AG (S. 1), AI, BE (S. 1), BL (S. 1), BS (S. 2), GR, JU (S. 1), LU (S. 2), OW, SG, SZ (S. 1), TG (S. 1), VD (S. 1), VS (S. 2), ZH (S. 1).
115 FDP (S. 1), GRÜNE (S. 2), SP (S. 2).
116 KAZ (S. 1), SGB, Stadt Zürich (S. 1), SVZ (S. 1), TGNS (S. 1), ZA ZH.
117 AG (S. 1), JU (S. 1), LU (S. 2), VS (S. 2), ZG (S. 2), FDP (S. 1), GRÜNE (S. 2), SP (S. 2), Konferenz der Innerschweizer Zivilstandsämter (S. 5), Stadt Zürich (S. 1), ZA ZH.
118 AG (S. 1), BS (S. 2).
119 AI, LU (S. 1 f.), SZ (S. 1), VS (S. 2), ZH (S. 1), FDP (S. 1), GRÜNE (S. 2), Konferenz der Innerschweizer Zivilstandsämter (S. 5), SVZ (S. 1 f.).
120 BL (S. 1).
121 LU (S. 1 f.).
122 GRÜNE (S. 2).
123 SVZ (S. 1).
124 VS (S. 2), ZH (S. 1).
125 FDP (S. 1), GRÜNE (S. 2).
126 FDP (S. 1).
127 TGNS (S. 1).
128 ZH (S. 1), GRÜNE (S. 2).
129 BS (S. 2), FDP (S. 1), GRÜNE (S. 2), Stadt Zürich (S. 1).
130 JU (S. 1).
131 SP (S. 2).