Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2023/17: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2025–2028 (Kulturbotschaft) · 29 Seiten
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Kulturschaffende und Kulturstudierende
Die EDK sowie mehrere Kantone (BE, BL, GE, GR, SG, UR, VS) interpretieren die Vernehmlassungsvorlage so, dass der Bund eine Steuerung der Abschlusszahlen an Fachhochschulen anstrebt. Sie fordern einen Verzicht auf diesen Vorschlag. Die Ausbildung liege in der Zuständigkeit der Kantone und die Erhöhung der Anzahl professioneller Kulturschaffender betreffe in erster Linie die Kulturdienste der Kantone und der Gemeinden. Die These, dass die oftmals prekären Arbeitsverhältnisse im Kulturbereich die Folge einer «Überproduktion» von Kulturschaffenden durch die Fachhochschulen sei, lasse sich statistisch nicht erhärten. Ähnlich äussern sich verschiedene Kulturorganisationen (ch-i, SCS, SDA, SGDA, SMR, Suisseculture, t., vms, VSSM) sowie Organisationen aus der Bildung (namentlich HES-SO, KDKS, KHDK, KHMS, swissuniversities, ZHdK). SMR merkt an, dass Musikstudienplätze bereits heute aufgrund eines strengen Selektionsverfahrens und in einem Numerus Clausus-System vergeben werden. Der Kanton LU weist darauf hin, dass selbst eine restriktive Zulassung zum Kunststudium die Nachfrage nicht reduzieren könne – die Situation sei deshalb vertieft zu untersuchen und daraus konkrete Massnahmen abzuleiten.
Der Kanton BL erwähnt, dass die Zahlen zur Anzahl Kulturschaffender und insbesondere diejenigen zur Anzahl Abgängerinnen und Abgänger aus Fachhochschulen anhand der angegebenen Quellen nicht nachzuvollziehen seien. Die Aussagen, welche auf Basis der Statistiken gemacht werden, seien in dieser isolierten Darstellung falsch und daher zu streichen.
Die SVP begrüsst die Ausführungen: die hohe Anzahl an Abgängerinnen und Abgängern der Studienrichtungen im Kunstbereich helfe nicht gegen den Mangel an technisch qualifiziertem Personal im Kultursektor.
Auch der Kanton TG ist der Ansicht, dass die Ausbildungssituation und Anreize bei kunstorientierten Fachbereichen der Fachhochschulen hinterfragt werden müssen.
Kulturvermittlung
KVS fehlt ein breites Verständnis der Kulturvermittlung, welche alle Bereiche der Kulturvermittlung nebst den künstlerischen Sparten (Baukulturvermittlung, Wissenschaftsvermittlung, Soziokultur, Geschichtsvermittlung usw.) umfasst, sowie eine Valorisierung und dementsprechende Förderung der existierenden und zu entwickelnden Formate der Kulturvermittlung. Zudem empfehle sich eine Klärung des Begriffes Kulturvermittlung versus künstlerische Vermittlung. KVS stellt verschiedene Forderungen in diesem Zusammenhang (u.a. Finanzierung des Dachverbands, Berücksichtigung der Disziplin Kulturvermittlung bei Kulturpreisen, Berücksichtigung der Honorarempfehlungen von KVS).
Schweizer Kulturpreise
Verschiedene Organisationen schlagen eine Erweiterung der Schweizer Kulturpreise vor. Gemäss visarte sollte die Anzahl der Schweizer Kulturpreise sukzessive wieder erhöht werden. AdS plädiert für die Ausarbeitung von adäquaten Preisen für Autorinnen und Autoren von Kinder- und Jugendliteratur oder für Theaterautorinnen und -autoren; SIA für einen eigenständigen Preis für Baukultur; SCAA für Comics; SGDA für Games; KVS für die Kulturvermittlung; die SRG SSR für Serien, sps für Übersetzungen. Zudem müsse laut visarte auf Ebene der künstlerischen Medien und Strategien eine möglichst grosse Diversität berücksichtigt werden. Kritisch sieht visarte die Zusammensetzung der Eidgenössischen Kunstkommission (EKK): Es werde keine gleichmässige Abdeckung der verschiedenen Regionen der Schweiz durch die Mitglieder gewährleistet. Namentlich Suisseculture und
t. empfehlen grundsätzlich, die Praxis mit den Kulturverbänden regelmässig zu diskutieren und zu überprüfen.
EKD, SAM und SIA, plädieren für eine konsequente Anwendung des umfassenden Verständnisses von Baukultur, dies bei den Schweizer Kulturpreisen (eigenständige Schweizer Preise für Baukultur) und im Bereich von Pro Helvetia.
Musikalische Bildung
Die allermeisten Organisationen aus dem Musikbereich (z. B. SKJF, SMR, STPV) bedauern, dass die musikalische Bildung nicht als separates Handlungsfeld genannt werde.