Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2004/20: Vorentwurf des Berichtes des Bundesrats über die Situation der Fahrenden in der Schweiz · 26 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 24Fedlex · Ergebnisbericht
müssen und es finanzieller Beiträge des Bundes bedürfe, um die Plätze auch tatsächlich zu realisieren.
6.6.2.2 Interdepartementales Forum
Neun Kantone101, die FDP, die SP, die GPS, der SGB und zahlreiche der sich äussernden interessierten Organisationen102 würden ein neues interdepartementales Forum begrüssen. Mehrere Stellungnahmen betonen, dass Kantone, Gemeinden und Fahrende von Anfang an in die Arbeit des Forums einbezogen werden müssten. Die Organisation Schäft qwant schlägt vor, die Sachkompetenz des Bundes unmittelbar durch die direkte Anstellung von Jenischen, Sinti und Roma als Berater und Projektmitarbeiter zu stärken.
Zwei Kantone103, die SVP, der Arbeitgeberverband und drei weitere interessierte Organisationen104 wenden sich dagegen. Die SVP und der Arbeitgeberverband führen die allgemeine Ablehnung eines verstärkten Engagements des Bundes ins Feld. Der Kanton Luzern und der Schweizerische Städteverband begründen ihre Ablehnung mit dem Argument, dass sie die Nutzung der bestehenden Koordinationsgefässe einem neuen Instrument vorziehen. Die Association Action Sinti et Jenisch Suisses findet ein neues Forum sinnlos, wenn es keine klare gesetzliche Grundlage und Handlungsmöglichkeiten hat, die Gerichte anzurufen.
6.6.3 Revision des Raumplanungsgesetzes
6.6.3.1 Handlungsbedarf im RPG
Zwölf Kantone105, die FDP, die SVP, der Schweizerische Arbeitgeberverband, die Fachverbände der Raumplanung und die FER lehnen es ab, das RPG mit einer expliziten Bestimmung zugunsten der Anliegen der Fahrenden zu ergänzen. Sechs Kantone106 und die erwähnten Organisationen sind der Ansicht, dass das bestehende Instrumentarium genügt und ausdrückliche Empfehlungen oder sogar verbindliche Vorgaben zugunsten der Fahrenden nicht notwendig sind. Sechs Kantone107 lehnen die vorgeschlagenen Empfehlungen ab und schlagen stattdessen verbindliche Vorgaben (z.B. für die kantonale Richtplanung oder in der Form eines Sachplans des Bundes) vor.
Fünf Kantone108, die SP, der Schweizerische Gemeindeverband, der Schweizerische Städteverband, die Stiftung ZSF, die Interessenverbände der Fahrenden109 und MERS sind der Auffassung, dass die vorgeschlagene Verankerung der Interessen der Fahrenden im RPG sinnvoll sei. MERS macht darauf aufmerksam, dass die vorgesehenen Erleichterungen im RPG zugunsten des bäuerlichen Nebenerwerbs sich negativ auf den Lebensraum der Fahrenden auswirken könnte, wenn deren Bedürfnisse nicht explizit berücksichtigt werden.
101 AG, FR, GR, OW, SO, SH, SZ, VS, VD.
102 EKR, GfbV, Radgenossenschaft, Stiftung ZSF, Schäft qwant, MERS.
103 LU, ZG.
104 Association Action Sinti et Jenisch Suisses, FER, Städteverband.
105 AG, BL, BE, FR, GE, LU, NE, OW, SH, SZ, TG, VS.
106 AG, BL, LU, SH, SZ, VS.
107 BE, FR, GR, SO, SG, TG.
108 GR, JU, SO, SG, UR.
109 Radgenossenschaft, Association Action Sinti et Jenisch Suisses, Büro von Indigenen und Nomaden.