Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2008/50: Analysenliste (Anhang 3 der Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung) · 27 Seiten
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Polymed (68) sieht durch den Revisionsentwurf die Grundversorgung in der Schweiz gefährdet und stellt den Antrag, das Revisionsprojekt „einzufrieren“, bis alle relevanten Einzelheiten und Fragen beantwortet seien.
Proxilab (102) befürchtet eine strukturelle Veränderung, welche das Verschwinden der Hälfte aller Privatlaboratorien sowie schwerwiegende Probleme bei den Spital- und Praxislaboratorien hervorrufen werde.
Die Privatkliniken (69) halten fest, dass die effektiv notwendigen Kosten für die zeitgerechte Vornahme von Analysen zu tief eingeschätzt worden seien. Die Ertragseinbussen würden in der Regel zwischen 40 und 50 % betragen. Sollte an einem solchen Tarif festgehalten werden, werde deshalb die Schliessung unzähliger Labors nicht mehr zu vermeiden sein. Dadurch würden sich namhafte Verzögerungen bei der korrekten Diagnosestellung, bzw. bei der Therapieplanung ergeben. Dies führe zu Qualitätseinbussen, was wiederum Mehrkosten im Gesundheitssystem verursache.
SGH (77) und SVTM (92) befürchten durch die Tarifrevision Ertragseinbussen im Hämatologielabor von durchschnittlich 30 - 45 % und im Hämatologie-Arztpraxislabor von durchschnittlich 50 – 55 %. Deshalb würde eine Einführung der Analysenliste in der vorliegenden Beta-Version den finanziellen Ruin sehr vieler Laborbetriebe der Schweiz nach sich ziehen – mit allen Folgen für das beschäftigte Personal sowie das Dienstleistungsangebot. Dies würde die Therapie- und Patientensicherheit erheblich gefährden.
Der SVBG (90) befürchtet eine Schliessung des Spitallabors, den Verlust der Fachkompetenz sowie einen grossen Wissensverlust der diplomierten biomedizinischen Analytiker-/innen. Es werde zu einer Abwanderung in andere Berufe kommen. Damit verbunden sei eine grosse Qualitätseinbusse.
Das SECO (106) legt nahe, den Auswirkungen auf kleinere Unternehmen in der Revision genügend Beachtung zu schenken. Durch allzu radikale und rasche Tarifanpassungen ausgelöste Unternehmensschliessungen könnten zu unerwünschten ökonomischen Folgekosten in einer Branche führen.
Die SGIEM (78) hält fest, dass die vorgeschlagene Revision die Einnahmen für die in der Notfall- und Routineanalytik benötigten Analysen zwischen 25 und 60 % reduzieren werde. Solche Reduktionen würden die Wirtschaftlichkeit vieler Spitallaboratorien verunmöglichen und die notfallmässige Analysenversorgung gefährden. Absehbar würde zudem das Interesse an grossen Privatlaboratorien erlöschen, kleinere Spitallaboratorien zu unterhalten.
Die SGKC (80), dass ohne eine grundlegende Überarbeitung der Beta-Version der Analysenliste das BAG riskiere, nicht nur gewachsene Labormedizin-Strukturen in der Schweiz zu zerstören, sondern die Qualität der medizinischen Versorgung und damit die Patientensicherheit in der Schweiz zu gefährden. Zudem drohten volkswirtschaftliche Schäden durch Abbau hochqualifizierter Arbeitsplätze, Steuermindereinnahmen und Verlagerung von Kosten aus dem Krankenversicherungssystem in die Staatshaushalte.
SULM (25), ÄTG (29), VGV TG (99), TVFS (95) und VLS TG (100) weisen auf die zu erwartenden Auswirkungen in der Patientenversorgung hin. In erster Linie würden sich die Regionalspitäler von der Labortätigkeit zurückziehen, dasselbe sei für die Praxislaboratorien zu erwarten. Kleinere und mittlere Privatlaboratorien würden ebenfalls nicht mehr überleben können. Das Problem sei ein Qualitätsverlust durch ungenügende Tarifierung und fehlende Vorschriften. Der Entwurf des BAG untergrabe die Qualität der Laboranalytik, was weder ethisch noch ökonomisch vertretbar sei. Gefordert wird die Definition der Qualitätssicherung in Bezug auf eine regionale Einheit eines Laborverbundes sowie die Definition und Überwachung des Unterauftragswesens. Weiter wird eine vollständige Revidierung der Beta-Version gefordert. Das Modell zur Berechnung der Analysenlisten-Tarife sei durch mehrere Ökonomen zu evaluieren und zu validieren. Weiter sei die von den Fachgesellschaften erarbeiteten Korrekturen zu berücksichtigen.
Nach Ansicht von SO H (83) liegt es auf der Hand, dass für die Spitäler eine Zunahme von ungerechtfertigten Einweisungen zu befürchten ist. Der Tarifdruck werde zudem dazu führen, dass vermehrt Analysen zu externen Labors verschickt werden müssten.