Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2008/50: Analysenliste (Anhang 3 der Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung) · 27 Seiten
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Nach Einschätzung der SPO (109) ist die vom BAG angenommene Tarifreduktion von 25 % eine Untertreibung. Die zentralistische Konzentration hin zu Grosslaboratorien könne sich volkswirtschaftlich nicht kostengünstig auswirken. Weiter wird eine Änderung der bisherigen Laborstruktur erwartet. Die von SPO befürchtete Zentralisierung der Labormedizin werde sich zu Ungunsten der Patientenversorgung auswirken.
Der SVA (89) erachtet es als nachvollziehbar, dass die mit beträchtlichen Investitionen verbundenen Laboreinrichtungen aus den Grundversorgerpraxen verschwinden würden, wenn Personal-, Infrastruktur-, und Betriebskosten der Präsenzlabors für sich defizitär seien und dadurch die übrigen Einnahmen der Ärzte quersubventioniert werden müssten. Eine wirksame Hausarztmedizin könne ohne Labor nicht auskommen.
Der SVDI (26) geht davon aus, dass der neue Tarif zum Verschwinden der Praxislabors sowie des Auftragslabors von einer bestimmten Grösse führen wird. Weiter werde der neue Tarif Folgen für die Strukturen haben. Strukturveränderungen in diesem Sinne und Ausmass seien immer auch mit volkswirtschaftlichen Kosten verbunden. Das Verschwinden des Praxislabors sowie des Mittelstandes der Auftragslabore habe direkte Auswirkungen auf die Anzahl der direkt Beschäftigten in diesem Bereich, aber auch Auswirkungen auf die Beschäftigten der gesamten Zulieferindustrie. Diese Folgen seien heute weder quantifiziert noch etwaigen positiven Effekten in anderen Bereichen gegenüber gestellt. Die Auswirkungen des neuen Tarifes in der vorgeschlagenen Form seien nicht nur in Bezug auf die Strukturen der diagnostischen Labore in der Schweiz zur Zeit unbekannt, ebenfalls seien die Auswirkungen auf das Gesamtsystem Gesundheitswesen nicht evaluiert. Im Weiteren hält der SVDI fest, dass das dezentrale System der Schweiz mit einem medizinisch und ökonomisch sinnvollen Praxislabor sowie einer dezentralen Struktur von qualitativ hochwertigen Auftragslaboren jedem zentralistischen System, wie es mit diesem Tarif angestrebt wird, sowohl in medizinischer als auch in ökonomischer Hinsicht überlegen sei.
Der SVSMLS (104) weist darauf hin, dass die Revision eine Schliessung kleiner Laboratorien zur Folge habe, grössere Laboratorien würden keine personelle Struktur für die Ausbildung zur Verfügung stellen können. Weiter werde die Anzahl von Institutionen, welche den SVSMLS tatkräftig in der Ausbildung unterstütze, reduziert. Die Ausbildung zur Biomedizinischen Analytikerin HF sei gefährdet.
Swissmedic (110) befürchtet, dass mit dem neuen Tarifierungsmodell die Qualitätssicherung der Mikrobiologie gefährdet wird.
SZ (11) moniert, die finanziellen Auswirkungen seien von deutlich grösserer Tragweite als vom BAG angenommen. Aus dem Entwurf sei das Ausmass für die von den Vergütungskürzungen betroffenen Leistungserbringern nicht ersichtlich. Abschliessend wird festgehalten, dass die Revision einen „massiven“ Eingriff in die bestehende Versorgungslandschaft bedeute.
TI (13) erwartet, dass das Revisionsprojekt zu Einnahmeneinbussen der Laboratorien zwischen 30 und 50 % führen wird, was das Verschwinden von kleinen und mittleren dezentralisierten Laboratorien in Peripheriegebieten zur Folge habe. Dadurch seien Arbeitsplätze gefährdet. Weiter werde das Angebot an spezialisierteren Analysen zurückgehen. Weiter würde durch das Revisionsprojekt eine Zentralisierung der Laboratorien erfolgen. Die Ärzte mit einem Praxislabor würden aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen, die Durchführung von Grundanalysen im eigenen Laboratorium aufzugeben.
Das USB (97) weist auf Benachteiligungen für die Spitallaboratorien hin: Der Overhead könne nicht mehr adäquat verrechnet werden. Die Materialpauschalen in der Mikrobiologie blieben erhalten, was generell Laboratorien benachteilige, die überdurchschnittlich viele Proben von komplexen, schwerkranken und immunsupprimierten Patienten bearbeiteten. Universitätslabors würden weiterhin neue, häufig kostenintensive Leistungen nicht verrechnen können.
Der VLSS (101) erwartet mit der Einführung der neuen Analysenliste eine Reduktion der Anzahl von Praxislaboratorien. Es sei offensichtlich, dass mit diesen Massnahmen keine Kosteneinsparung erreicht werde, weil die Folgekosten in der Betreuung der Patienten ohne Praxislaboratorien überproportional steigen würden.
ZG (16) ersucht um die Prüfung, ob durch die vorgesehenen Tarifanpassungen allenfalls nicht wieder umkehrbare Veränderungen in der Gesundheitslandschaft in Gang gesetzt würden, die insgesamt gesehen unerwünscht seien. Zu denken sei dabei an die drohende inhaltliche Ver-