Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2012/45: Änderung der Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung (SEFV) · 22 Seiten

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KLASSIFIZIERUNGSVERMERK

Referenz/Aktenzeichen: 691

Anhang 1

Makroökonomische Überlegungen zur Anlagerendite: Für Schätzungen der zukünftigen Anlagerendite kommen verschiedene Ansätze in Frage, die sich entweder mehr an makroökonomischen Überlegungen oder eher an finanzmarkttheoretischen Überlegungen orientieren. Für den sehr langen Zeitraum von 30 oder 50 Jahren machen eher grundsätzliche Plausibilitätsüberlegungen oder einfache Schätzungen Sinn, die sich an langfristigen Durchschnittswerten aus der Vergangenheit und an Trendwerten orientieren. Als erste grobe Annährung kann der langfristige Durchschnitt zur Schätzung der Realverzinsung herangezogen werden. Gemessen am 10-jährigen Kassazinssatz der Bundesobligationen beispielsweise beträgt dieser etwa 2 %. Weiter kann argumentiert werden, dass sehr langfristig sich die Realverzinsung dem Realwachstum angleicht, allenfalls zuzüglich einer Prämie für die Gegenwartspräferenz. Das langfristige Wachstum kann als Summe der langfristig zu erwartenden Arbeitsproduktivität und der demographischen Entwicklung ausgedrückt werden. In den Langfristperspektiven des Bundes wird ein Wachstum der Arbeitsproduktivität von rund 1 % unterstellt. Gemäss den Szenarien des Bundesamts für Statistik BFS dürfte die Bevölkerungsentwicklung über die nächsten 50 Jahre flach verlaufen oder das Wachstum um rund 0,3 % leicht erhöhen. Für das Wirtschaftswachstum ergibt sich daraus langfristig ein Wert von real 1,0 % bis 1,3 %. Wird zusätzlich eine Prämie für die Gegenwartspräferenz berücksichtigt, resultiert eine leicht höhere reale langfristige Verzinsung. Angesichts des langen Zeitraums, der zu treffenden Annahmen und der damit einhergehenden Unsicherheit kann aufgrund dieser einfachen Überlegungen insgesamt eine reale langfristige Verzinsung von gut 1 % bis 2 % erwartet werden. Unter Berücksichtigung der in den Langfristperspektiven des Bundes verwendeten Inflation von 1,5 % ergibt dies eine erwartete Nominalrendite von 2,5 bis 3,5 %. Diese Überlegungen beziehen sich auf die Schweiz, dürften im Wesentlichen aber auch für die übrigen westlichen Industriestaaten gelten, die vor ähnlichen demographischen Herausforderungen stehen und deren zukünftige Produktivitätsentwicklung über eine lange Frist vergleichbar verlaufen dürfte. Daher kann aufgrund des sehr langen Betrachtungszeitraumes davon ausgegangen werden, dass auch ein global diversifiziertes Anlageportfolio zu vergleichbaren Ergebnissen führen wird, zumal die Basiswährung der Anlagestrategie auf Schweizer Franken lautet und aufgrund der Wechselkursentwicklung (Rendite umgerechnet in Franken) allfällige Renditedifferenzen neutralisiert werden. Dies basiert auf der plausiblen Annahme, dass Währungsrisiken nicht mit einer Risikoprämie entschädigt werden.