Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/34: Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums · 25 Seiten

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C/D ausschliesslich für den Luftpolizeidienst und allfällige Luftverteidigung eingesetzt; Training für Luftverteidigung beansprucht das Flugzeug besonders stark. Das führt dazu, dass die schweizerischen F/A-18 C/D pro Flugstunde wesentlich höher belastet werden als bei den US-Streitkräften, wo sie primär für die Bekämpfung von Bodenzielen eingesetzt werden. Ohne vorsorgliche Strukturverstärkungen während der Produktion und wiederholte präventive Struktursanierungsmassnahmen während der Nutzung müssten die Schweizer F/A-18 C/D schon mit weniger als 4000 Flugstunden pro Flugzeug ausser Dienst gestellt werden, das heisst bereits zum heutigen Zeitpunkt.

Eine Ablösung der F/A-18 C/D bis 2030 drängt sich auch deshalb auf, weil die anderen Betreiberländer bis dann ihre F/A-18 A/B und C/D ebenfalls ausser Betrieb stellen werden. Es wäre in Bezug auf Unterhalt und Ersatzteilbewirtschaftung kostspielig und technisch riskant, diesen Flugzeugtyp als einzige Luftwaffe länger zu betreiben.

Die F-5 Tiger sind bereits jetzt für Einsätze irrelevant. Sie wären im Luftkampf gegen einen modernen Gegner chancenlos. Nur rund die Hälfte der noch verbleibenden Flotte (26 von 53) wird noch regelmässig geflogen, für Zieldarstellung, als Aggressor im Luftkampftraining, für die Schulung in der elektronischen Kriegführung, für Einsätze zur Überwachung der Radioaktivität, für Testflüge, für die Patrouille Suisse und in beschränktem Ausmass bei Tag und guter Sicht für den Luftpolizeidienst. Der Bundesrat beantragt dem Parlament mit der Armeebotschaft 2018 die Ausserdienststellung der 27 nicht mehr geflogenen F-5 Tiger.

1.2.2 Bodengestützte Luftverteidigung

Zum Schutz einzelner Objekte auf kurze Distanzen werden 35-mm-Fliegerabwehrkanonen eingesetzt, von denen heute noch 24 Feuereinheiten vorhanden sind. Durch Werterhaltungsmassnahmen an Feuerleitgeräten und Geschützen wird deren Nutzungsdauer bis mindestens 2025 verlängert.

Für den Raumschutz im unteren Luftraum verfügt die Luftwaffe auch über mobile Fliegerabwehrlenkwaffen Rapier mit einer Einsatzdistanz von rund 7 km und über leichte Fliegerabwehrlenkwaffen Stinger mit einer Reichweite von rund 4 km. Rapier wird das geplante Nutzungsende in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre erreichen, Stinger etwa 2025.

Eine Nutzungsdauerverlängerung der 35-mm-Fliegerabwehrkanonen und der Stinger über 2025 hinaus ist technisch möglich, auch wenn diese Waffen zunehmend an Wirkung gegen moderne Bedrohungen verlieren.

1.3 Sicherheitspolitische Lage: Bedarf nach Schutz und Verteidigung des Luftraums

Die sicherheitspolitische Lage ist in Europa und darüber hinaus angespannter als je in den letzten 30 Jahren. Die Beziehungen zwischen den westlichen Staaten und ihren Organisationen (vor allem Nato, aber auch EU) und der Russischen Föderation sind auf einem Tiefpunkt.

Russland sieht die Nato als aggressives und expansives Militärbündnis, das immer näher gegen seine Grenzen vorrückt, dabei Russland provoziert und dessen Interessen ignoriert.