Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/34: Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums · 25 Seiten

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Internationale Vergleiche, wie sie gelegentlich basierend auf öffentlichen Daten angestellt werden, sind deshalb unzuverlässig.

Für ein vollständiges Bild müssen die Kosten der gesamten Nutzungsdauer berücksichtigt werden, nicht nur jene der Beschaffung. Die Betriebsausgaben sind ein wichtiger Faktor, der in der Evaluation sorgfältig abgeklärt und bei der Typenwahl berücksichtigt wird.

Wenn Kampfflugzeuge rund 30 Jahre im Einsatz sind, werden erfahrungsgemäss mehrere Updates oder Upgrades (Werterhaltungs- und Kampfwertsteigerungsprogramme) fällig. Deren Kosten können aber nicht zuverlässig vorausgesagt werden.

Die VBS-interne Expertengruppe ist in ihrem Bericht «Luftverteidigung der Zukunft» von einem mittleren Systempreis von 200 Millionen Franken pro Flugzeug ausgegangen. Dabei handelt es sich um eine Schätzung, nicht eine konkrete Preisangabe verschiedener Hersteller. Es gibt teurere und kostengünstigere Kampfflugzeuge; häufig sind teurere auch leistungsfähiger, sodass zur Erfüllung derselben Aufgaben möglicherweise weniger Flugzeuge erforderlich sind. Konkrete Angaben zum Systempreis und zu den Leistungsparametern der verschiedenen Kandidaten werden erst vorliegen, wenn verbindliche Offerten von den Herstellern eingeholt wurden. Das Finanzvolumen von maximal 8 Milliarden Franken für die Beschaffung der Kampfflugzeuge und eines neuen Systems zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite bildet den finanziellen Rahmen, unabhängig vom Systempreis der einzelnen Flugzeuge.

2.6.3 Zahlungsplan

Welche Beträge in welchen Jahren fällig werden, ist derzeit noch offen und wird mit den gewählten Anbietern zu verhandeln sein.

Eine Beschaffung in Tranchen – in dem Sinn, dass zunächst nur eine kleinere Menge fest bestellt würde, der Rest später in einem zweiten Schritt – hätte über einen Zeitraum von rund zehn Jahren keine Vorteile. Wenn es darum geht, den Ablieferungsrhythmus zu gestalten oder die Zahlungskadenz den verfügbaren Ressourcen anzupassen, kann das in Verhandlungen mit den Anbietern erreicht werden. Eine Beschaffung in Tranchen würde auf beiden Seiten Unsicherheit schaffen, ohne einen Nutzen abzuwerfen. Zudem wäre mit höheren Kosten zu rechnen.

2.6.4 Typenwahl

Die Kandidaten werden mit einer Kosten-Nutzen-Analyse miteinander verglichen. Die Hauptevaluationskriterien sind:

 Wirksamkeit (operationelle Wirksamkeit, Einsatzautonomie)

 Produktesupport (Wartungsfreundlichkeit, Supportautonomie),

 Kooperation (militärische Ausbildungszusammenarbeit, z.B. Nutzung von Luftraum, Flug- und Schiessplätzen, Simulationsinfrastruktur sowie Kooperation mit dem Lieferanten bzw. der Regierung des Herstellerlandes während der Nutzung, z.B. in den Bereichen Instandhaltung, Ersatzteilbewirtschaftung, Weiterentwicklung)

 direkte Industriebeteiligung (Umfang und Qualität des Industrieprogramms)