Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/34: Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums · 25 Seiten
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SAMP/T eurosam, Frankreich
Patriot Raytheon, USA
David’s Sling Rafael, Israel
Auch diese Ausschreibung findet im Einladungsverfahren statt: armasuisse wird die Regierungen Frankreichs, Israels und der USA einladen, Offerten gemäss definierten Vorgaben (z.B. inkl. Lenkwaffen) einzureichen. Es ist möglich, dass in einigen Fällen die angefragte Regierung entscheiden wird, dass das Herstellerunternehmen direkt ein Angebot an die Schweiz unterbreiten soll. Solche Angebote werden gleich behandelt wie jene, die von Regierungen eingereicht werden.
2.4.3 Technische Anforderungen
Das neue System zur bodengestützten Luftverteidigung soll eine grössere Reichweite haben, d.h. eine Einsatzhöhe von über 12 000 m (vertikal) und eine Einsatzdistanz von über 50 km (horizontal) erreichen. Alle Feuereinheiten zusammen sollen eine Fläche von mindestens 15 000 km2 abdecken. Das System soll sich in erster Linie zur Bekämpfung von Kampfflugzeugen und bewaffneten Drohnen im mittleren und oberen Luftraum eignen, partiell auch – in einem kleineren Raum – von Marschflugkörpern und Präzisionsmunition. Die Sensoren sollen integriert zur erkannten Luftlage beitragen. Um die Lenkwaffen der bodengestützten Luftverteidigung und die eigenen Kampfflugzeuge im Verbund einsetzen zu können, sind Fähigkeiten zur sicheren Freund-Feind-Erkennung und ein hoher Vernetzungsgrad erforderlich.
Die gegenwärtig im Einsatz stehenden Systeme (35-mm-Fliegerabwehr, Lenkwaffen Rapier und Stinger) dienen dem Schutz gegen Bedrohungen im und aus dem unteren Luftraum. Sie sollen auch ersetzt werden, aber erst nach der Beschaffung und Einführung eines Systems grösserer Reichweite. Diese Prioritätensetzung hat mehrere Gründe:
Seit der Ausserdienststellung der BL-64 Bloodhound im Jahr 1999 besteht eine Lücke bei der bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite. Die vorhandenen Systeme kürzerer Reichweite werden zwar bald veraltet sein, aber veraltete Systeme sind für den Schutz einzelner Objekte immer noch besser als gar keine (wie derzeit bei der grösseren Reichweite). Aus technischer Sicht sollte es möglich sein, die 35-mm-Fliegerabwehr und Stinger einige Jahre über das für 2025 geplante Nutzungsende hinaus zu betreiben, auch wenn die militärische Wirksamkeit dieser beiden Systeme laufend abnimmt.
Mit einer bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite können grosse Räume effizient abgedeckt werden. Mit jeder Verdoppelung des Wirkungsradius vervierfacht sich die abgedeckte Fläche und verachtfacht sich der abgedeckte dreidimensionale Raum. Mit wenigen Stellungen kann der Grossteil der stark besiedelten Gebiete der Schweiz geschützt werden. Das zu beschaffende System soll insgesamt mindestens 15 000 km2 abdecken.
Der Einsatz von bodengestützter Luftverteidigung grösserer Reichweite und Kampfflugzeugen im selben Raum ist effizient und entlastet die Kampfflugzeuge. Die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite ermöglicht einen permanenten Schutz; die Kampfflugzeuge können je nach Lage in erhöhter Bereitschaft am Boden bereitstehen und erst im Bedarfsfall eingesetzt werden