Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/34: Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums · 25 Seiten

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einer geringeren Anzahl Flugzeuge die gleiche Präsenz in der Luft erreicht wird, weil die Standzeiten am Boden verkürzt werden können. Er dient weiter dazu, für jeden Typ die minimale Anzahl benötigter Flugzeuge zu bestimmen.

Von Mai bis Juli 2019 sollen die Kampfflugzeuge nacheinander in der Schweiz erprobt werden. Gegenüber der Evaluation 2008 und aufgrund der damals gemachten Erfahrungen (die aufzeigen, welche Daten überprüfenswert sind) wird das Testprogramm optimiert, was eine zeitliche Verkürzung ermöglicht. Die Flugzeuge sollen in Payerne basiert sein, aber auch in Meiringen starten und landen, um Lärmmessungen an beiden Orten zu ermöglichen. Die Erprobung in der Schweiz ist eine zwingende Anforderung, deren Nichterfüllung das Ausscheiden des betreffenden Flugzeugs zur Folge hätte.

Im November 2019 soll eine zweite Offertanfrage erfolgen, die bis Ende Mai 2020 beantwortet werden soll. Von Juni bis Ende 2020 wird der Evaluationsbericht erstellt und zusammen mit jenem des Systems zur bodengestützten Luftverteidigung dem Bundesrat anschliessend zur Typenwahl unterbreitet.

System zur bodengestützten Luftverteidigung

Die Vorbereitung der Evaluation begann im September 2017 mit einer Marktanalyse der Systeme zur bodengestützten Luftverteidigung, die in eine sogenannten «long list» der zu betrachtenden Systeme mündete. Für diese Marktanalyse wurden Gespräche mit den Verteidigungsministerien von Ländern geführt, in denen diese Systeme hergestellt werden oder im Einsatz sind. Die Liste wurde im Frühling 2018 auf drei Systeme gekürzt («short list»), die evaluiert werden.

Die Evaluation der bodengestützten Luftverteidigung verläuft parallel zu jener der neuen Kampfflugzeuge, wobei nicht die ganzen Systeme, sondern nur die Sensoren in der Schweiz getestet werden sollen.

2.6.2 Preise von Kampfflugzeugen

Die Beschaffungspreise von Kampfflugzeugen müssen aus mehreren Gründen differenziert betrachtet werden:

 Es besteht ein grosser Unterschied zwischen dem Preis eines einfachen Flugzeuges ohne irgendwelches Zusatzmaterial (Flyaway-Preis) und dem Systempreis. Letzterer schliesst die gesamte Bewaffnung und Logistik ein, die einsatzspezifische Ausrüstung (z.B. Sensoren, Selbstschutzsysteme, Zusatztanks), die Systeme, um die Einsätze auszuwerten, und Ausbildungssysteme (z.B. Simulatoren). Der Systempreis kann das Doppelte des Flyaway-Preises betragen.

 Die Preise werden aus kommerziellen Gründen gleich geheim gehalten wie – aus militärischen Gründen – Leistungsdaten. Damit erhalten sich die Hersteller Flexibilität in Vertrags- und Preisverhandlungen.

 Die Wettbewerbssituation, der Stand der Amortisation von Entwicklungskosten und der Verlauf der Produktionskosten können den Preis beeinflussen, sodass unterschiedliche Kunden zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Preise bezahlen.