Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/89: Multimodale Mobilitätsdienstleistungen · 26 Seiten

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Vorentwurf

und erläuternder Bericht

Multimodale Mobilitätsdienstleistungen

1 Grundzüge der Vorlage

1.1 Ausgangslage

1.1.1 Aktuelle Rahmenbedingungen

Die Digitalisierung verändert die Mobilität

Neue Technologien, Geschäftsmodelle, Dienstleistungen und die Sharing Economy verändern unser tägliches Leben - und damit auch unser Mobilitätsverhalten. Wer reisen will, wünscht einfach zugängliche, komfortable, zuverlässige, schnelle und preiswerte Mobihtätsangebote. Neue Angebote wie Car-, Scooter-, Bike- oder Ridesharing und der gut ausgebaute öV fuhren dazu, dass immer mehr Menschen verschiedene Verkehrsmittel nutzen, ohne diese zu besitzen.

Dank der Möglichkeiten der Digitahsierung können Mobilitätsangebote zudem einfacher vernetzt werden. Bisher vermittelten Taxis, Vermieter von Fahrzeugen oder der öV ihre Angebote über eigene Kanäle. Es blieb der Kundschaft überlassen, wie sie diese Ange bote für die persönliche Reise sinnvoll kombiniert. Auch Reservation imd Bezahlung musste für jeden Anbieter separat vorgenom men werden.

In Zukunft können sich die Kunden einfacher über die Angebote verschiedener Verkehrsmittel informieren, diese vergleichen und kombinieren - je nach Zeitbudget, Verkehrslage, Wetter, Zahlungsbereitschaft oder weiteren individuellen Bedürfnissen. Zusammen mit der Buchung und der Abrechnung entstehen so multimodale Mobihtätsangebote. Der Kunde kann seine Reise mit einem Klick reservieren und bezahlen, unabhängig von den verwendeten Verkehrsmitteln. Multimodale Mobilitätdienstleistungen beinhalten das Reisen innerhalb eines bestimmten Zeitraums unter Nutzung verschiedener Verkehrsmittel. Sie können also eine Reise von A nach B mit verschiedenen Verkehrsmitteln beinhalten (auch als intermodale Mobilität bezeichnet) oder im Sinne von «Mobility as a Service» Guthabenpakete von mehreren Verkehrsmitteln kombinieren (z.B. Taxi-/Sharing-Kontingente, öV-Abonnemente).

Ob in den Städten, den Agglomerationen, auf dem Land oder in Randregionen - mit den zahlreichen Möglichkeiten der digitalen Welt lassen sich künftig die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung gezielter befriedigen. Die Zugangsschwellen zu neuen Angebo ten oder zur Benutzung des öV sinken. Die Grenzen zwischen öffentlichem Verkehr und Individualverkehr verwischen zunehmend - eine Entwicklung, welche automatisierte Fahrzeuge in Zukunft weiter verstärken könnten. Die öffentliche Hand soll diesen Wandel aktiv begleiten und so weit als nötig mitgestalten. Damit kann sie gewünschte Effekte gezielt stärken und unerwünschte lindem.

Es gibt neue Akteure im Mobilitätsmarkt

Mit der Digitalisierung wächst die Zahl der Akteure im Markt der Mobilitätsdienstleistungen. Zu jenen Anbietern, die als sog. Beför derer physische Transporte durchfuhren (z.B. öV-Untemehmen oder Taxis) oder als Betreiber eine Infrastruktur oder Fahrzeuge besitzen und zur Verfügung stellen (z.B. Mobility) gesellen sich immer mehr auch Vermittler, die Mobilität nicht selber anbieten, sondern entsprechende Angebote vermitteln und teilweise auch kombinieren (z.B. Whim, moovel).

Abbildung 1: .Akteure im Mobilitätsmarkt (Quelle: BAV 2018)