Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2024/1: Totalrevision der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (BMV) · 24 Seiten

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und -maturanden an den Fachhochschulen wurden zudem kleine Anpassungen in den fachlichen Kompetenzen der Fächer erste Landessprache und Mathematik sowie in den überfachlichen Kompetenzen aller Fächer (inkl. interdisziplinäres Arbeiten) gemäss Hinweisen aus der obenerwähnten Evaluation 2021 getätigt. Der Rahmenlehrplan enthält neu Richtlinien zum Blended Learning.

Herausforderungen und Ausblick

Die Berufsmaturität hat seit ihrer Einführung massgeblich zur Erhöhung der Maturitätsquote beigetragen und die Durchlässigkeit von der Berufsbildung in die Hochschulen deutlich gesteigert. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Schweizerischen Observatoriums für die Berufsbildung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB).10 In den letzten Jahren ist die Berufsmaturitätsquote stetig leicht angestiegen, von 12,2% im Jahr 2005 auf 16,2% im Jahr 2021, allerdings flachte der Anstieg in den letzten Jahren ab.11 Aus den Untersuchungen des Observatoriums gehen weiter folgende Erkenntnisse hervor: Der Anteil der BM 1 ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Die Absolventinnen und Absolventen der BM 1 verteilen sich auf wenige Lehrberufe; 75 % von ihnen finden sich in lediglich acht Berufen wieder. Es handelt sich dabei um Berufe, die über ein hohes schulisches Anspruchsniveau verfügen. Weiter ist der Besuch der BM je nach Beruf sehr unterschiedlich. Zu berücksichtigen ist auch, dass zwei Drittel der BM 1- und BM 2-Absolventinnnen und -Absolventen ein Hochschulstudium beginnen, wobei es auch hier Unterschiede nach Berufen gibt. 35 % wechseln dabei das Berufsfeld. Grosse Unterschiede gibt es auch zwischen den Kantonen. So unterscheiden sich die BM 1- und BM 2-Quoten und die gymnasialen Quoten stark zwischen den Kantonen. Allerdings hängt der Anteil der Hochschuleintritte in einem Kanton nicht von der BM-Quote ab.

Um den Bedarf an Fachkräften mit einem Tertiärabschluss zu decken und die Attraktivität der Berufsbildung zu erhöhen, soll die Berufsmaturität weiter gestärkt werden. Die oben aufgeführten Herausforderungen können jedoch nur gemeinsam angegangen werden. Aus diesem Grund haben die Verbundpartner der Berufsbildung und swissuniversities im Rahmen des Projekts «Berufsmaturität 2030» eine Strategie und strategische Leitlinien erarbeitet12. Die Strategie zeigt die Funktion, die Bedeutung sowie die Wichtigkeit der Berufsmaturität im Bildungssystem auf. Sie gibt die Stossrichtungen für deren Entwicklung, Steuerung und Umsetzung vor. Die Konkretisierung und Umsetzung der Strategie erfolgt durch die Verbundpartner und Akteure der Berufsmaturität. Jeder Partner definiert auf der Grundlage der strategischen Leitlinien im jeweiligen Zuständigkeitsbereich eigene, konkrete Massnahmen und setzt diese um. Die Zielerreichung der Strategie soll anlässlich des jährlichen, vom SBFI organsierten Treffens zur Berufsmaturität reflektiert werden. Massnahmen werden jährlich in einem Bericht zuhanden der Tripartiten Berufsbildungskonferenz festgehalten, mit dem Ziel, im Interesse der Stärkung der Berufsmaturität die erkannten Schwierigkeiten anzugehen und zu beheben.

2 Grundzüge der Revision

2.1 Rechtlicher Kontext

Gemäss Artikel 25 Absatz 5 des Berufsbildungsgesetzes13 (BBG) regelt der Bundesrat die Berufsmaturität. Diese schafft die Voraussetzung für ein Studium an einer Fachhochschule (Art. 25 Abs. 1 BBG14).

Die Verordnung des Bundesrats vom 24. Juni 2009 über die eidgenössische Berufsmaturität15 (BMV) ersetzte zum Zeitpunkt des Inkrafttretens die Verordnung vom 30. November 1998. Die damalige Revision brachte eine umfassende Anpassung an das neue Berufsbildungsgesetz.

2.2 Absicht

Der vorliegende Entwurf beabsichtigt die Erarbeitung verständlicherer und sinnvollerer Regelungen auf der Basis der Erfahrungen der Verbundpartner, was auch den Vollzug vereinfachen soll. Die zahlreichen formalen Anpassungen führen zu einer Überarbeitung einer grossen Mehrheit der Verordnungsbestimmungen, so dass die Verordnung einer Totalrevision unterzogen wird.

10 Trede, I., Hänni, M., Leumann, S., Neumann, J., Gehret, A., Schweri, J., & Kriesi, I. (2020). Berufsmaturität: Bildungsverläufe, Herausforderungen und Potenziale (Trendbericht 4). Schweizerisches Observatorium für die Berufsbildung (OBS EHB).

11 Bundesamt für Statistik, Bildungsindikatoren.

13 SR 412.10

14 SR 412.10

15 SR 412.103.1