Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/56: 21.449 n Pa. Iv. Kamerzin. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge die alternierende Obhut fördern · 30 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 13Fedlex · Ergebnisbericht

Vernehmlassungsbericht: Änderung Zivilgesetzbuch (Förderung der alternierenden Obhut)

- Das in dieser Variante vorgesehene Erfordernis eines vorgängigen Antrags wird po-

sitiv beurteilt, da damit eine automatische Prüfung der alternierenden Obhut verhindert werde und gewährleistet sei, dass die Behörde diese Option nur prüft, wenn sie von mindestens einer Partei beantragt wird.87 Diese Variante biete somit allen interessierten Personen die rechtliche Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag zu stellen.88

- Diese Variante stärke die Pflicht der zuständigen Behörden, die alternierende Obhut

ernsthaft zu prüfen, ohne einen Automatismus einzuführen.89 Sie lasse den Behörden die nötige Flexibilität, die Situation im Einzelfall zu beurteilen,90 und dabei den Fähigkeiten der Eltern sowie dem Wohl und den Rechten des Kindes Rechnung zu tragen91.

- Die Einführung des zweiten Satzes leiste einen positiven Beitrag, da damit die Rechtspre-

chung des Bundesgerichts weitergeführt und im Gesetz verankert werde.92 Dies

stärke die Rechtssicherheit, führe zu mehr Klarheit93 und gewährleiste den Ermessensspielraum der Gerichte94. Damit liessen sich Konflikte vermeiden und die Akzeptanz dieser Form der Obhut durch die Parteien verbessern.95

- Diese Variante fördere die gemeinsame Verantwortung der Eltern96 und sende ein kla-

res und positives Signal an zerstrittene Eltern, dass die alternierende Obhut bevorzugt, werden müsse, wenn sie dem Kindeswohl am besten entspricht97.

- Diese Variante fördere eine gewisse Gleichstellung der Eltern, ohne den Familien ungeeig-

nete Modelle aufzuzwingen.98

5.2.2 Argumente gegen die Variante 1

Die Vernehmlassungsteilnehmenden, die diese Variante ablehnen, weisen auf folgende Nachteile hin:

− Diese Variante bringe keinen Mehrwert, da sie der aktuellen Praxis entspreche.99

87 BL ; EDU (S. 1) ; VeV Suisse (p. 2).

88 GeCoBi (S. 2) und VeV Suisse (p. 2).

89 BS (S. 2); FDP (S. 1); alliance F (S. 1).

90 BS (S. 2) und NW (S. 2); alliance F (S. 1).

91 FR (S. 1); FDP (S. 1); alliance F (S. 1) und EKKJ (S. 2).

92 AG (S. 1), BL, BS (S. 2), FR (S. 1), LU (S. 2), NW (S. 2), TG (S. 2), UR (S. 1), VD (S. 1) und ZG (S. 2); Die Mitte (S. 2), EDU (S. 1), FDP (S. 1), GRÜNE (S. 1–2) und SP Frauen Schweiz (S. 1–2); EKF (S. 3), femmes protestantes (S. 4), Freikirchen.ch (S. 1), Pro Familia (S. 4), Pro Juventute (S. 2) und SVAMV (S. 3).

93 AG (S. 1), LU (S. 2), TG (S. 2) und UR (S. 1); FDP (S. 1); EKF (S. 3), femmes protestantes (S. 4), Pro Juventute (S. 2) und SVAMV (S. 3).

94 NW (S. 2); FDP (S. 1).

95 VD (S. 1-2); GeCoBi (S. 2) und IGM Schweiz (S. 1).

96 FR (S. 1); FDP (S. 2).

97 BS (S. 2) und LU (S. 2); FDP (S. 2); EKF (S. 3), femmes protestantes (S. 4) und SVAMV (S. 2).

98 FDP (S. 2).

99 AI (S. 1), GR (S. 2), JU (S. 1) und SH (S. 1–2); SP (S. 2 und 3) und SP Frauen Schweiz (S. 1-2); ATFMR (S. 3), AvenirSocial (S. 4), BIF (S. 2), CROP (S. 11), DAO (S. 3), Fachstelle OKey (S. 1), FHbB (S. 2), Frauenberatung sexuelle Gewalt (S. 2), Frauenhaus Luzern (S. 2), Frauenhaus Zürich (S. 3), IGM Schweiz (S. 1), KOKES (S. 2) und ODAGE (S. 2).