Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/56: 21.449 n Pa. Iv. Kamerzin. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge die alternierende Obhut fördern · 30 Seiten

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Vernehmlassungsbericht: Änderung Zivilgesetzbuch (Förderung der alternierenden Obhut)

Einige verlangen, dass die häusliche Gewalt im Gesetz ausdrücklich als Ausschlusskriterium für die alternierende Obhut verankert werde,181 da die Annahme, dass ein regelmässiger Kontakt zu beiden Elternteilen dem Kindeswohl diene, im Fall von häuslicher Gewalt nicht zutreffe182. Zudem sollte das Gesetz bei der Regelung der Kinderbelange Sicherheitsvorkehrungen für den gewaltbetroffenen Elternteil und das Kind vorschreiben eine systematische Abklärung vorsehen, ob es in der Vergangenheit irgendeine Form von häuslicher Gewalt gegeben habe und welche Folgen daraus resultierten.183 4 Organisationen184 schlagen vor, in solchen Fällen eine Erziehungsbeistandschaft zu errichten. Andere Teilnehmende regen an, die Mitglieder der Behörden für alle mit häuslicher Gewalt verbundenen Herausforderungen zu schulen.185

Ferner formulieren mehrere Teilnehmende konkrete Vorschläge zur Änderung des Zivilgesetzbuchs in diesem Bereich, insbesondere die Schaffung eines Artikels 307a ZGB gemäss Vorschlag von Droz-Sauthier186 oder spezifische Ergänzungen der Artikel 298 Absatz 2bisund 298b Absatz 3bisZGB.

6.4 Förderung von Formen der einvernehmlichen Konfliktlösung

Um nach einer Trennung oder Scheidung eine funktionierende gemeinsame Elternschaft si-

cherzustellen, sei eine angemessene Kommunikation zwischen den Eltern unerlässlich.

19 Teilnehmende (4 Kantone187, 14 Organisationen188 und 1 Privatperson189) sind der Ansicht, dass häufiger Methoden zur einvernehmlichen Konfliktlösung (Mediation, Elternberatung, Kurse) eingesetzt werden sollten, um die Eltern bei der Neuorganisation ihrer gemeinsamen Elternschaft wirksamer zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang wird die Revision des Familienverfahrensrechts als entscheidend betrachtet190 und 1 Organisation191 ist der Ansicht, dass sich der Staat an der Mediation und den angeordneten Beratungen stärker finanziell beteiligen sollte, damit diese unentgeltlich und für alle zugänglich sei.

181 TG (S. 2) und VD (S. 2); Alleinerziehende Ein-Eltern-Familien Region Ostschweiz, (S. 2), Fondation KidsToo (S. 7), Frauenhaus freiburg (S. 1–3), Frieda (S. 1–2), LAVI Centre Genevois (S. 2) und SKHG (S. 1 und 3).

182 SVAMV (S. 4).

183 GR (S. 3).

184 DAO (S. 3), FHbB (S. 3), Frauenhaus Luzern (S. 3) und Frauenhaus Zürich (S. 3).

185 ATFMR (S. 6), EKdM (S. 3), Fachstelle OKey (S. 3), SBVC (S. 2) und UNIGE (S. 3 und 4).

186 Fondation KidsToo (S. 7), mit Verweis auf den Aufsatz von DROZ-SAUTHIER/GIANELLA-FRIEDEN/KRÜGER ET AL., Mesures de protection de l’enfant en cas de violence dans le couple parental : de la Convention d’Istanbul au droit suisse. Analyse et propositions, in FamPra.ch, 2024, S. 570–598.

187 GE (S. 2), LU (S. 2), SG (S. 1) und SO (S. 2).

188 AvenirSocial (S. 4), CROP (S. 12), DAO (S. 3), EKF (S. 4), FHbB (S. 3), Frauenhaus Luzern (S. 3), Frauenhaus Zürich (S. 3), FSP SKJP (S. 3), Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 4), KOKES (S. 2 und 3), Mädchenhaus Zürich (S. 3), Ombudsstelle Kinderrechte Schweiz (S. 5), Pro Juventute (S. 3) und SVAMV (S. 4).

189 Handschin.

190 LU (S. 2) und SO (S. 2); Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 4) und KOKES (S. 2).

191 Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 4).