Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/56: 21.449 n Pa. Iv. Kamerzin. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge die alternierende Obhut fördern · 30 Seiten

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Vernehmlassungsbericht: Änderung Zivilgesetzbuch (Förderung der alternierenden Obhut) Andere befürworten zwar die alternierende Obhut an sich, äussern jedoch Bedenken im Zusammenhang mit Aspekten, die im Gesetzestext noch nicht genügend/angemessen berücksichtigt werden, insbesondere Situationen häuslicher Gewalt.28

Eine Zusammenstellung der von diesen Vernehmlassungsteilnehmenden geäusserten Vorbehalten findet sich in Kapitel 4.

3.4 Ablehnung der Revision

11 Kantone29, 2 Parteien30 und 36 Organisationen31 lehnen die Revision ab.

Diese Teilnehmenden sind der Ansicht, dass kein gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, da die gesetzlichen Bestimmungen es den Behörden bereits jetzt ermöglichten, kindgerechte Betreuungsmodelle festzulegen.32 Bevor weitere Gesetzesanpassungen im Bereich der Kinderbetreuung in Betracht gezogen würden, sollten die Ergebnisse neuer Studien abgewartet werden.33 Die Behauptung, dass die alternierende Obhut nur dann angeordnet werde, wenn beide Eltern damit einverstanden sind, und die Gerichte diese verhindern würden, habe sich weder in der Praxis noch in den interdisziplinären Studien bestätigt,34 die im Rahmen des Berichts des Bundesrats «Alternierende Obhut: Evaluation der Gerichtspraxis nach der Revision des Unterhaltsrechts» vom 24. April 202435 durchgeführt wurden. Die politische und mediale Debatte werde stark beeinflusst von gewissen Gruppen, die sich für die Rechte der Väter einsetzen.36 Zudem würde die Revision die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern bei der Rollenteilung der Eltern und deren Auswirkungen auf die Trennung/Scheidung (unbezahlte Arbeit der Frauen, finanzielle Abhängigkeit usw.)37 sowie das Armutsrisiko des wirtschaftlich schwächeren Elternteils verstärken.38 Um die geteilte Betreuung der Kinder wirksam zu fördern, müssten vor allem die Rahmenbedingungen verbessert

28alliance F (S. 1-2), Frauenhaus freiburg (S. 1-3), LAVI Centre Genevois (S. 1 und 2) und SKHG (S. 1).

29AI, AR, BL, GL, GR (S. 1), OW, SH (S. 1), SO (S. 1), SZ (S. 1), TG (S. 1 und 2) und ZH (S. 2 und 5).

30SP (S. 2-3) und SP Frauen Schweiz (S. 2).

31Alleinerziehende Ein-Eltern-Familien Region Ostschweiz (S. 1 und 2), ATFMR (S. 8), Avenir Familles (S. 2),

AvenirSocial (S. 3), BIF (S. 1 und 2), DAO (S. 2–3), DJS (S. 11), EKdM (S. 1 und 4), EKF (S. 1, 2 und 3), EKFF (S. 2 und 3), F-information (S. 1–7), Fachstelle OKey (S. 2), femmes protestantes (S. 1-2 und 4), FHbB (S. 3), Fondation KidsToo (S. 7), Frauenberatung sexuelle Gewalt (S. 1 und 2), Frauenhaus Luzern (S. 2–3), Frauenhaus Zürich (S. 4), Frieda (S. 2 und 4), FSP SKJP (S. 3), Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 8), KOKES (S. 2 und 3), Mädchenhaus Zürich (S. 2 und 3), MMI (S. 2–3), Netzwerk Kinderrechte Schweiz (S. 4), ODAGE (S. 3),

PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz (S. 3), SF MVB (S. 4), SKG (S. 7), SVAMV (S. 1 und 2), SVF (S. 1), SVFM (S. 2), SVR (S. 1 und 4), Unicef (S. 1), UNIGE (S. 3) und UNINE (S. 4).

32AI (S. 1), BL, GL, GR (S. 1–2), OW, SH (S. 1), SO (S. 1) und ZH (S. 5); ATFMR (S. 2, 5 und 8), DAO (S. 2),

EKFF (S. 3), F-information (S. 2), FHbB (S. 2), Fondation KidsToo (S. 7), Frauenhaus Luzern (S. 2), Frauenhaus Zürich (S. 3), Frieda (S. 2 und 4), FSP SKJP (S. 1 und 3), KOKES (S. 1 und 3), Mädchenhaus Zürich (S. 2), ODAGE (S. 3), SVAMV (S. 1) und UNINE (S. 4).

33EKFF (S. 2).

34ZH (S. 2); DJS (S. 3–5), EKFF (S. 2), SKG (S. 1 und 2), SVR (S. 3) und UNINE (S. 2).

35Der Bericht des Bundesrats vom 24. April 2024 (im Folgenden «Bericht alternierende Obhut 2024» genannt)

und die beiden interdisziplinären Studien sind einsehbar unter: www.bj.admin.ch > Gesellschaft > Laufende Rechtsetzungsprojekte > Unterhalt des Kindes > Alternierende Obhut.

36EkdM (S. 4), EKF (S. 3), femmes protestantes (S. 5), Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 2) und SVAMV (S. 3).

37SP (S. 2-3) und SP Frauen Schweiz (S. 1 und 2); ATFMR (S. 7), Avenir Familles (S. 1 und 2), BIF (S. 2), DJS

(S. 10), EKdM (S. 2), EKFF (S. 2 und 3), F-information (S. 2–3), Fondation KidsToo (S. 6), Frieda (S. 3) und SVF (S. 1).

38SP (S. 2) und SP Frauen Schweiz (S. 2); ATFMR (S. 7), BIF (S. 2), DJS (S. 10-11), EKdM (S. 2), EKFF (S. 2

und 3) und F-information (S. 3–4).