Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/56: 21.449 n Pa. Iv. Kamerzin. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge die alternierende Obhut fördern · 30 Seiten

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Vernehmlassungsbericht: Änderung Zivilgesetzbuch (Förderung der alternierenden Obhut)

ein,131 auch wenn dies von den Betroffenen nicht gewünscht wird. Dadurch werde es

schwieriger umsetzbar und sei kontraproduktiv für die Familie sowie potenziell

schädlich für das Kind.132 Die Entscheidung zugunsten der alternierenden Obhut sollte auf dem aktiven Willen mindestens einer der beteiligten Personen beruhen.133

o Ferner lasse diese Variante ausser Acht, dass sich die alternierende Obhut nicht auf

eine streng egalitäre Aufteilung der Zeit (50/50) beschränke, sondern auch asymmetrische Modelle umfasse.134

− Die Variante 2 verlängere und verkompliziere die Verfahren, anstatt sie zum Wohl des

Kindes zu straffen.135 Sie führe zu einem Mehraufwand für die Gerichte und Behörden136 und erfordere eine entsprechende Aufstockung der personellen Ressourcen137.

- Der Ermessenspielraum der für die Entscheidung zuständigen Behörden dürfte ein-

geschränkt werden, da diese Variante die Prüflogik umkehre. Die Behörden könnten zwar von einer Betreuung zu gleichen Teilen abweichen, aber der Druck, im Streitfall dieses Modell anzuordnen, würde grösser.138

− Es bestehe die Gefahr, dass die Betreuung zu gleichen Teilen zum Regelfall werde, was

die Beweislast umkehren würde, weil die Partei, die dieses Modell ablehnt, darlegen müsste, dass dieses nicht geeignet sei. Dadurch könnte die Prüfung des Kindeswohls in den Hintergrund rücken.139 Durch die Platzierung des Verweises auf das Kindeswohl am Schluss des Satzes als einfache Ausnahme könne der Eindruck entstehen, dass dieser wichtige Grundsatz nur noch zweitrangig sei.140

− Die mit der Variante 2 geschaffenen Erwartungen könnten elterliche Konflikte verschär-

fen oder verursachen,141 taktisches Verhalten der Parteien fördern142 und sogar mit der

Gefahr einhergehen, dass die alternierende Obhut angeordnet werde, ohne dem

131 VD (S. 2) ; EDU (S. 1) ; femmes protestantes (S. 4), SVAMV (S. 3) und VeV suisse (p. 2).

132 AG, BL, FR, GR (S. 2), LU (S. 2), SH (S. 2) und VS (S. 2); EVP (S. 2); ATFMR (S. 3), BIF (S. 2), EKKJ (S. 2), Fachstelle OKey (S. 2), Frauenberatung sexuelle Gewalt (S. 2), Freikirchen.ch (S. 1), Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 7), ODAGE (S. 2), Ombudsstelle Kinderrechte Schweiz (S. 4) SKG (S. 5) und VeV suisse (p. 2).

133 AG.

134 BE (S. 2), BS (S. 1), FR (S. 1), JU (S. 1) und TG (S. 3); EKF (S. 3), EKKJ (S. 2), ODAGE (S. 2), Pro Juventute (S. 2) und SVAMV (S. 3).

135 UR (S. 1) und VD (S. 2); EKF (S. 3).

136 LU (S. 2) und UR (S. 1); EDU (S. 1); EKF (S. 3), femmes protestantes (S. 4), KOKES (S. 2), ODAGE (S. 2) und SVAMV (S. 3).

137 UR (S. 1); KOKES (S. 2) und SVAMV (S. 3).

138 Netzwerk Kinderrechte Schweiz (S. 4), ODAGE (S. 3), PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz (S. 3), SF MVB (S. 4) und Unicef (S. 4).

139 BE (S. 2) und ZG (S. 2); SKG (S. 5) und SKHG (S. 2).

140 Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 7).

141 BE (S. 2) und NW (S. 2); UNIGE (S. 4).

142 EDU (S. 1); Pro Juventute (S. 2–3).