Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/56: 21.449 n Pa. Iv. Kamerzin. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge die alternierende Obhut fördern · 30 Seiten

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Vernehmlassungsbericht: Änderung Zivilgesetzbuch (Förderung der alternierenden Obhut)

Obhut zum Regelfall wird, werde zudem sichergestellt, dass das Kind die Möglichkeit

habe, die Beziehung zu beiden Elternteilen aufrechtzuerhalten.121

- Die Variante 2 ermögliche die Vereinheitlichung der Praxis122, sehe die Möglichkeit ei-

ner Kinderbetreuung zu gleichen Teilen vor, ohne dieser von Gesetzes wegen Vor-

rang einzuräumen,123 fördere die Auseinandersetzung mit diesem Betreuungsmodell,

auch in Situationen, in denen dieses selten geprüft werde,124 und verhindere, dass gewisse Betreuungsarten ausgeschlossen würden, weil kein Antrag gestellt worden sei125. Schliesslich erlaube diese Variante eine Gesamtanalyse der Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten der Eltern, einschliesslich der finanziellen Aspekte und der alltäglichen Betreuung der Kinder.126

5.3.2 Argumente gegen die Variante 2

Die Vernehmlassungsteilnehmenden, die diese Variante ablehnen, machen hauptsächlich Folgendes geltend:

− Das geltende Recht erlaube bereits, die Betreuungslösung zu wählen, die dem Kind am

besten entspricht.127

− Diese Variante stelle eine Einmischung des Gesetzgebers in die Wahl des Familienmo-

dells dar.128

− Diese Variante wird aus folgenden Gründen als zu starr beurteilt:

o Damit werde ein streng egalitäres Betreuungsmodell eingeführt, das der Realität der

Familien nicht Rechnung trage und in der Praxis nur selten umsetzbar sei

(asymmetrische Aufteilung der Familienarbeit, Wohnsituation, finanzielle Mittel oder Drittbetreuungslösungen).129 Daher entspreche dieses Modell nicht dem Kindes-

wohl und könne sich nachteilig auf das Kind auswirken.130

o Indem das Erfordernis eines vorgängigen Antrags der Eltern oder des Kindes gestrichen werde, führe das Gesetz einen Automatismus zugunsten dieses Modells

121 IGM Schweiz (S. 2).

122 SG (S. 1).

123 SVFM (S. 2).

124 SG (S. 1).

125 NE (S. 1).

126 CROP (S. 11).

127 SH (S. 2) und TG (S. 3).

128 BL, BS (S. 1) und SH (S. 2); EVP (S. 2); Kinderanwaltschaft (S. 7).

129 AI, BS (S. 1 und 2), FR (S. 1–2), JU (S. 2), LU (S. 2), NW (S. 2), TI (S. 2 und 3), TG (S. 3), VD (S. 2), VS (S. 1 und 2) und ZG (S. 2); SP (S. 2 und 3) und SP Frauen Schweiz (S. 1–3); alliance F (S. 2), AvenirSocial (S. 4), BIF (S. 2), EKF (S. 2 und 3), Fachstelle OKey (S. 2), femmes protestantes (S. 4 und 5), Fondation KidsToo (S. 1), Frauenberatung sexuelle Gewalt (S. 2), FSP SKJP (S. 3), KOKES (S. 2), Netzwerk Kinderrechte Schweiz (S. 4), Ombudsstelle Kinderrechte Schweiz (S. 6), PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz (S. 3), Pro Juventute (S. 3), SF MVB (S. 4), SKHG (S. 2), SVAMV (S. 3) und Unicef (S. 4).

130 AI, AR, BS (S. 1), FR (S. 2), GR (p. 2), LU (S. 2), SH (S. 2) und TI (S. 2); BIF (S. 2), Fachstelle OKey (p. 2), Fondation KidsToo (S. 1), Kinderanwaltschaft Schweiz (S. 7) und ODAGE (S. 3).