Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2008/92: Bundesgesetz über die Preisbindung für Bücher (Buchpreisbindungsgesetz; BuPG) · 25 Seiten

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den 1. Januar 2007 um durchschnittlich je 2 % gesenkt. Diese Senkungen erfolgten. Der Preisüberwacher hatte in den Verhandlungen auf eine stärkere Preissenkung gedrängt, verzichtete aber bis zur Klärung der rechtlichen Situation (damals hängige Verfahren bei der Wettbewerbskommission und im Parlament) auf eine Weiterführung seiner Untersuchung. Er kündigte an, dass die Preisfestsetzung wieder zur Disposition stehen werde, wenn die rechtliche Situation geklärt sei.

2.1.5 Empirische Daten zu den Bücherpreisen in der Schweiz

Wie in Kapitel 1 erwähnt, hatte die Kommission im September 2007 das SECO beauftragt, die Auswirkungen der Abschaffung der Buchpreisbindung zu untersuchen. In Rahmen einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurden zwischen März 2007 und März 2008 Bücherpreise in der deutschen wie auch in der französischen Schweiz erhoben. Insbesondere liegen Daten zur Bandbreite der Preise zwischen Buchhandlungen wie auch zum Unterschied zwischen Listenpreisen und Verkaufspreisen vor5.

Bücherpreise in der Deutschschweiz

In der Zeit des Sammelrevers waren rund 90% der Buchtitel von der Buchpreisbindung betroffen. Für diese galten also in jeder Buchhandlung die verbindlichen Listenpreise. Seit der Abschaffung der Buchpreisbindung in der Deutschschweiz sind die Listenpreise als unverbindliche Preisempfehlungen bestehen geblieben. Gemäss der Studie der FHNW zeigte sich 10 Monate nach der Abschaffung eine beträchtliche Bandbreite der Preise zwischen verschiedenen Buchhandlungen und auf verschiedenen Verkaufskanälen. Als Beispiele für diese Entwicklung seien erwähnt: Ex libris bietet generell 15% Rabatt auf den Listenpreis und 30% Rabatt auf (seinen) Bestsellern. Orell Füssli und Weltbild bieten Rabatte von bis zu 30% auf die Listenpreise der jeweiligen Bestseller.

Im Durchschnitt haben sich laut der Studie der FHNW die Preise in dieser Zeitspanne nicht signifikant verändert (kein signifikanter Unterschied zwischen durchschnittlichen Verkaufspreise und Listenpreisen). Nach so kurzer Zeit können gemäss SECO auch Strukturveränderungen nicht angemessen beurteilt werden, denn strukturelle Umwälzungen dauern im Normalfall Jahre.

Bücherpreise in der Westschweiz

In der Westschweiz existiert für viele Titel eine breite Preisstreuung, das heisst, dass Konsumenten und Konsumentinnen je nach Einkaufsort mehr oder weniger für Bücher bezahlen. Verschiedene Rabatte werden im Rahmen von Treueprogrammen gewährt, insbesondere Rabatte auf Bestseller durch grosse Ketten. Gemäss der Studie der FHNW entsprechen aber die durchschnittlichen Verkaufspreise auch in der

5 Siehe Bericht: B. Hulliger, D. Lussmann, P. Perrett, M. Binswanger, „Auswirkungen der Abschaffung der Buchpreisbindung“, Hochschule für Wirtschaft, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, 11. Juli 2008. (http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00459/00460/index.html?lang=de)