Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2014/103: Trassenpreisrevision 2017 - Änderung der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung (NZV) · 25 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 10Fedlex · Erläuternder Bericht

Referenz/Aktenzeichen: BAV-242.1// 00001/00011/00003/00001/00001

 Der letzte Term gilt der Schädigung der Weichenteile. Sie wird durch das Kräfteniveau einer Fahrt

mit 40 km/h durch eine Weiche mit 185 m Abzweigradius ermittelt. Hierbei kommt wieder die P2- Kraft zum Tragen; die laterale Beanspruchung wird aus der Summe der Y2-Kraft (ebenfalls nach Railway Group Standard) und quasistatischer Y-Kraft bestimmt.

Der Verschleissansatz beinhaltet demnach in den Eingangsgrössen insbesondere die Geschwindigkeit und den Trassierungsradius.

3.3.3 Lösungsansatz: Standardkosten; Fahrzeug- und Streckeneigenschaften

Bei der Formel für den Verschleissfaktor handelt es sich um eine Methodik, um den durch ein Fahrzeug verursachten Verschleiss an der Infrastruktur möglichst realitätsnah abschätzen zu können. In einer ersten Phase wurden die massgeblichen Schädigungen an der Fahrbahn eruiert: Schotterzertrümmerung, Schienenschäden (sogenannte Rollkontaktermüdungen) auf Geraden und in Bögen sowie der Verschleiss an Weichen. Diese Schäden lösen Unterhaltsarbeiten aus wie Stopfen, Schleifen sowie Schienen- und Weichenteilersatz.

Im nächsten Schritt wurden die Ursachen für die Schädigungen gesucht. Es sind dies nebst dem Gewicht der einzelnen Fahrzeuge, die Antriebskraft sowie das Verhalten des Fahrwerks in Kurven und auf Weichen. Den Schäden auf dem Netz können damit die Eigenschaften eines Fahrzeuges zugeordnet werden.

Als letztes Element wurden die Streckeneigenschaften erfasst, wie zum Beispiel der Radius von Kurven sowie die gefahrenen Geschwindigkeiten. Damit ergibt sich eine logische Abfolge aus Schädigung, Unterhaltsleistung und Fahrzeugeigenschaften (vgl. Tabelle unten).

Schädigung Fahrbahn Unterhaltsleistung Fahrzeug- bzw. Streckeneigenschaft

Schotterzertrümmerung Stopfen Ungefederte Masse, Achslast, Geschwindigkeit

Rollkontaktermüdung Gerade Schleifen und Fräsen Achslast, Raddurchmesser, installierte Leistung

Rollkontaktermüdung Kurve Schleifen und Fräsen Achslast, Achsstand, Längssteifigkeit, Gleisbogenradius Schienenverschleiss Schienenwechsel Achslast, Achsstand, Längssteifigkeit, Gleisbogenradius Verschleiss Weiche Weichenbauteilwechsel und Achslast, ungefederte Masse, -Unterhalt Achsstand, Massenträgheit,

Längssteifigkeit, Schlingerdämpfer

Tabelle 2: Zus.hang von Schädigung, Unterhaltsleistung und Fahrzeug-/Streckeneigenschaften

Abhängig von den Unterhaltskosten im Schienennetz werden die Faktoren gewichtet. Die Formel für den Verschleissfaktor bildet diese Zusammenhänge ab (vgl. Abbildung 2 und Übersicht unter 3.3.4).