Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2021/103: Szenariorahmen 2030/2040 für die Stromnetzplanung · 35 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 14Fedlex · Ergebnisbericht
Aktenzeichen: BFE-471.3-20/10/13
Szenario «Steuerbare Verbraucher»: In diesem Szenario soll angenommen werden, dass der
Verbrauch der steuerbaren Lasten im Jahr 2040 netzdienlich eingesetzt werden kann.
Schweizerische Volkspartei
Die SVP lehnt den Szenariorahmen 2030/2040 für die Stromnetzplanung in seiner heutigen Form ab: Die Energiestrategie 2050 ist gescheitert, die Schweiz schlittert kaskadenartig in eine Katastrophe und es gibt kein realistisches Konzept sowie keine verantwortliche Person, um die drohende
Strommangellage abzuwenden bzw. um den Zubau genügender Produktionskapazität zu
gewährleisten.
Eine Studie der Empa (2019) zeigt eindrücklich auf, dass der Stromverbrauch – trotz der Steigerung der Energieeffizienz – durch die zunehmende Elektromobilität, die Dekarbonisierung im
Gebäudebereich und die fortschreitende Digitalisierung deutlich ansteigen wird. Konkret geht die Empa von einem Anstieg des Stromverbrauchs um 25% bzw. um 13.7 Terrawattstunden in den kommenden Jahren aus. Neben diesem Verbraucheranstieg (+13,7 TWh) fallen auch die Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke (-24 TWh) sowie Verluste bei der Wasserkraft durch höhere Restwassermengen (-3,7 TWh) massiv ins Gewicht.
Diese Fakten finden sich nicht in den beschönigten Kennzahlen der Szenarien wieder (vgl. S. 4). So gehen die Szenarien bis 2040 von einem Verbraucheranstieg von rund 4 – 9 TWh aus. Auf
Produktionsseite soll dabei ein unglaublich hoher Anstieg der Photovoltaikenergie den Energie-
Mehrbedarf kompensieren (nebst Geothermie, Windkraft u.a. Energieträger).
Dabei ist ein umfassender Ausbau der Sonnenenergie, der Geothermie sowie der Windkraft aufgrund raumplanerischer, technischer und politischer Faktoren in der notwendigen Grössenordnung (40 TWh) vollkommen unrealistisch. Ausgeblendet wird, dass bereits bis heute alle namhaften Ausbauziele verfehlt wurden: Sei es bei der Wasserkraft, der Windkraft, der Geothermie, der Biomasse oder der Photovoltaik.
• Bei der Windenergie herrscht Totalblockade: Bis in der Schweiz ein Windpark steht, vergehen
durchschnittlich 20 Jahre. Zudem gibt es selten optimale Windverhältnisse;
• Die Wasserkraft ist weitgehend ausgeschöpft. Es gibt zwar einige Projekte, und das BFE
identifiziert tatsächlich noch Potenzial. Das Problem ist aber, dass sie durchwegs nicht
wirtschaftlich sind. Bisher wurden nur für wenige Projekte Investitionsbeiträge beantragt;
• Der Bund wollte bis zu 10% des Stroms mit Geothermie erzeugen – aus heutiger Sicht ein leeres
Versprechen;
• Ein rascher, umfassender Ausbau der Photovoltaik ist unrealistisch – aus technischen, finanziellen,
rechtlichen und politischen Gründen.
Dass die Energiestrategie nicht aufgehen kann veranschaulicht in alarmierender Art und Weise auch eine am 1. Februar 2022 publizierte Empa-Studie: Es wurden 3 verschiedene Szenarien
durchgerechnet, in denen die Kernkraftwerke abgeschaltet werden – allein diese Bedingung hat ein Grunderfordernis von 16m2 Solarpanels pro Kopf, eine Speicherbatterie von 9 kWh für jeden
Einwohner und zusätzlich 4 Pumpspeicherkraftwerke von der Grösse des Kraftwerks «Grande
Dixence». Beim Szenario «voll Elektrifiziert» braucht es 48m2 Solarpanels pro Kopf, eine
Speicherbatterie von 26 kWh für jeden Einwohner und zusätzlich 13 Pumpspeicherkraftwerke – dabei gibt es gar nicht genügend geeignete Täler.
Die zwei anderen Szenarien benötigen 25 Gotthard-Röhren voller Wasserstoff oder 12-mal die
Dachfläche der Schweiz, bei Energiepreisen von bis zu 9600 CHF pro Jahr und Kopf. Der Leiter des verantwortlichen Forschungsinstituts lässt sich zitieren mit: «Wir müssen uns also von der Vorstellung verabschieden, dass wir unseren gesamten Energiebedarf mit im Inland erzeugter, erneuerbarer Energie decken können». Die Ausgangslage bzw. die Szenarien im Vernehmlassungsbericht
bilden offensichtlich keine geeignete realistische Grundlage für die Netzplanung. 14/35
BFE-D-5C8C3401/257