Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2021/103: Szenariorahmen 2030/2040 für die Stromnetzplanung · 35 Seiten

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Aktenzeichen: BFE-471.3-20/10/13

5.7. Eingaben der Umwelt- und Landschaftsschutzorganisationen

Pronatura, PUSCH, Schweizerische Energie-Stiftung, WWF

Die Umweltschutzorganisationen fordern: Der Szenariorahmen soll möglichst breit das realistische Spektrum an Szenarien abbilden, um eine sinnvolle Planungsgrundlage darzustellen. Es ist darum wichtig, dass dabei auch die Extreme abgebildet sind. Sämtliche Szenarien der EP2050+ liegen aber deutlich unter den Anstrengungen, die aus Klimasicht nötig wären und auch deutlich unter dem, was überhaupt möglich ist. Die EP2050+ bilden die absolute Minimalerwartung ab in Bezug auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik.

Ein beschleunigter PV-Ausbau – insbesondere in den nächsten 10-15 Jahren – könnte mittels

politischer Massnahmen herbeigeführt werden und sollte somit nach unserem Dafürhalten in einer Netzplanung mit entsprechend langen Zeithorizonten berücksichtigt werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die Übertragungsnetze zum Flaschenhals des Ausbaus werden. Von letzterem gehen wir zwar nicht aus, aber wir verfügen nicht über die Möglichkeiten, das mittels Netzmodellen zu prüfen.

Des Weiteren wurden die Laufzeiten der Atomkraftwerke aus den EP2050+ übernommen – auch das eine mit grossen Unsicherheiten (und gleichzeitig grossem Einfluss auf das Stromnetz) behaftete Annahme. Eine Ausserbetriebnahme aus wirtschaftlichen Gründen ist jederzeit möglich, ein höherer Anteil wetterabhängige erneuerbare Energien wird öfter zu anhaltenden Phasen mit Tiefstpreisen führen. Das ist für den Betrieb von AKW wirtschaftlich schwieriges Terrain. Zudem ist auch mit dem mit dem Alter der AKW zunehmendem Risiko von unplanmässigen Ausfällen zu rechnen – Atomstrom ist ein unzuverlässiges Klumpenrisiko, wie auch das Beispiel Frankreich zeigt.

Abschliessend ist festzustellen, dass die Begrenzung auf drei Szenarien (gem. Art. 9a StromVG) eine zu starke Einschränkung darstellt. Es ist schwer, damit die verschiedenen möglichen Entwicklungen im In- und Ausland ausreichend darzustellen.

Um den Szenariotrichter zu erweitern, sind folgende Varianten einzupflegen:

Beschleunigte Energiewende: Energieperspektiven 2050+ werden bis 2035 (statt 2050) umgesetzt.

Eine alternative Datenquelle für dieses Szenario kann das neue Gesamtenergieszenario

«Versorgungssicherheit und Klimaschutz» von Greenpeace Schweiz bieten:

https://www.greenpeace.ch/de/publikation/79839/versorgungssicherheit-und-klimaschutz

Stromtransit-Extreme: Variante 1: Transit entfällt, Variante 2: Transit nimmt stark zu (z.B.

Verdoppelung: Italien exportiert im Sommer viel und importiert im Winter viel Strom aus Deutschland. Die Studie «Analyse Stromzusammenarbeit CH-EU», Frontier Economics, September 2021 hat solche Szenarien bereits skizziert: https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/68913.pdf

5.8. Weitere energiepolitische und energietechnische Organisationen

Energie Club

Grundsätzlich findet es der Energie Club richtig, dass sich die Netzplanung nach den

energiewirtschaftlichen Vorgaben ausrichtet wird.

Ein energiewirtschaftliches Szenario, das die gesamtschweizerischen Mengengrüste enthält, ist für die Netzplanung allerdings wenig hilfreich. Erst mit einer geographischen und zeitlichen Aufteilung der Szenarien kann eine Stromnetzplanung 2030/2040 wirklich an die Hand genommen werden. Zusätzlich werden drei sehr unterschiedliche Szenarien dargestellt, die sich deshalb auch zwangsläufig

gegenseitig widersprechen. Auch die offene Frage, ob nun Batterien mit einer Leistung von 5.5 oder 2.3 GW [!] installiert werden, sollte ebenso wie deren Einbindung (welche Netzebene) und

geografische Verteilung sowie der Zeitpunkt der Inbetriebnahme bekannt sein. 28/35

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