Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2021/103: Szenariorahmen 2030/2040 für die Stromnetzplanung · 35 Seiten
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Aktenzeichen: BFE-471.3-20/10/13
ins französische Staatsgebiet und versorgen Teile des Elsass mit Strom. Die angedachte
Regionalisierung wird so für ihr Netzgebiet nicht durchführbar sein und müsste somit mit einem
überregionalen Ansatz auf Basis von Netzknoten aufgefangen werden. Insbesondere die Elemente der Energieplanung wie auch der Richtpläne sollten darin Berücksichtigung finden, ohne dass von allen Netzbetreibern der Abgleich und die Koordination mit den einzelnen öffentlichen Stellen parallel
erfolgen muss. Dies ist im Leitfaden zur Regionalisierung gemäss Art. 9c Abs. 2 StromVG bereits eingeflossen und sollte daher im Szenariorahmen analog Eingang finden.
Es ist zu begrüssen, dass verschiedene Ausprägungen des Rahmens analysiert werden und die Überlegungen auf den Energieperspektiven 2050+ beruhen. Die beiden Szenarien «Divergenz» und «Sektorkopplung» werden jedoch in den Erläuterungen als «Belastungszenario» bzw.
«Entlastungszenario» aufgenommen. Diese Formulierungen suggerieren bereits ein mögliches
Resultat und sollten daher weggelassen werden. Generell sollten die Begrifflichkeiten vereinheitlicht und mit anderen Dokumenten abgeglichen sein (z. B. Begriffe «Verbrauch» und «Erzeugung»).
Damit das Ziel der Erhöhung der Investitions- und Planungssicherheit aufgrund der langjährigen Nutzungsdauern erreicht werden kann, sollten weitere Aspekte wie Ausfallsicherheit, Netzstabilität und Frequenzhaltung Berücksichtigung finden. Zumindest sicher auf höheren Netzebenen besteht im Rahmen des Mehrkostenfaktors eine Vorgabe zur Prüfung verschiedener Umsetzungsvarianten. Hier würde z. B. eine generelle Verkabelungspflicht sehr wahrscheinlich eine Verfahrensbeschleunigung und damit verbunden eine rasche Verbesserung der Versorgungssituation bewirken. Je nach
Variantenentscheide können lange Bewilligungsverfahren und Kostenabwägungen darüber entstehen, welche Annahmen zur effektiv günstigsten Umsetzung führen.
Die beschriebene Flexibilitätssteuerung respektive die Möglichkeit zur Abregelung von Produktion anstelle von überproportional erforderlichem Netzausbau wird erst im Rahmen des Mantelerlasses thematisiert werden. Aktuell fehlen hier entsprechende Handhabungen für die Netzbetreiber und der Durchdringungsgrad für private Batterielösungen als Alternative ist noch sehr gering.
Ohne detailliert auf die einzelnen Produktionsarten einzugehen möchten wir zur Elektromobilität noch eine Anmerkung anfügen. Es fehlen die durchschnittlich gefahrenen Kilometer an einem Tag sowie der durchschnittliche Energieverbrauch dieser Fahrzeuge, damit dies effektiv in ein Szenario umgewandelt werden. Nach der Erfahrung von Primeo Energie ist die Ladeleistung zu tief, die
Batteriespeicherkapazität hingegen zu hoch angesetzt. Sie regen an, dies, zusammen mit anderen Aspekten, in Sensitivitäten ebenfalls noch aufzunehmen.
Swissgrid
Entwicklung des Stromverbrauchs: Die drei Szenarien zur Entwicklung des Stromverbrauchs im SZR CH unterscheiden sich nicht stark genug. Die ambitionierte Annahme, dass eine rasche Realisierung der Effizienzpotenziale in allen Verbrauchssektoren und Szenarien gelingt, ist aus Sicht von Swissgrid zu optimistisch. Andere publizierte Szenarien wie z.B. die von den Nationalräten Roger Nordmann,
Jürg Grossen und Altnationalrat Rudolf Rechsteiner, der Axpo und von McKinsey weisen zur
Entwicklung des Schweizer Stromverbrauchs im Jahr 2040 einen je nach Szenario um 5-15 TWh höheren jährlichen Stromverbrauch aus. Das Szenario mit dem grössten Stromverbrauch sollte von einem noch höheren Stromverbrauch ausgehen, damit eine ausreichend grosse Bandbreite von
möglichen Zukunftsentwicklungen abgedeckt wird.
Zubau der Photovoltaik (PV): Die drei Szenarien zur Entwicklung des Ausbaus der Photovoltaik
unterscheiden sich aus Sicht von Swissgrid nicht stark genug. Der SZR CH sieht die PV-Nutzung im Jahr 2040 zwischen 10-24 GW. Die zuvor genannten publizierten Szenarien, halten einen PV-Ausbau je nach Szenario von 15-40 GW bis 2040 für möglich.
Das Szenario mit dem grössten PV-Zubau sollte von einem noch höheren Zubau ausgehen, damit eine ausreichend grosse Bandbreite von möglichen Zukunftsentwicklungen abgedeckt wird. 17/35
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