Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2023/42: Änderung des Zivilgesetzbuches (Gewaltfreie Erziehung) · 26 Seiten

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Ergebnisbericht Vernehmlassung: Änderung des Zivilgesetzbuches (Gewaltfreie Erziehung)

In der ersten Gruppe, d.h. von 2 Kantonen116, 1 Partei117 und 13 Organisationen und weiteren Interessierten118, liegen einerseits mehrere Vorschläge vor, gemäss welchen einzelne bzw. mehrere zusätzliche Gewaltformen (psychische Gewalt/seelische Verletzungen, Vernachlässigung, sexuelle/sexualisierte Gewalt, Miterleben von häuslicher Gewalt, Erwachsenenkonflikte um das Kind)119 in die bestehende Formulierung aufzunehmen seien.120 In diesen Formulierungen werden z.T. anstelle des vorgeschlagenen Begriffs «Formen entwürdigender Gewalt» andere Begriffe verwendet, wie «andere Formen der Entwürdigung»121 sowie, analog zur Formulierung in § 1631 Absatz 2 des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), «andere entwürdigende Massnahmen»122.

Andererseits setzen 6 Organisationen und weitere Interessierte123 die entwürdigende Gewalt als umfassenden Begriff den einzelnen Gewaltformen voran («insbesondere haben sie das Kind ohne Anwendung von jeglicher Form von entwürdigender Gewalt zu erziehen») und listen die konkreten Gewaltformen anschliessend eingeführt durch «namentlich» auf.

In der zweiten Gruppe, d.h. von 3 Kantonen124, 1 Partei125 sowie 5 Organisationen126, sind drei Formulierungsarten auszumachen: Erstens «das Kind hat ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung» ohne weitere Ergänzungen127; zweitens ein Recht auf gewaltfreie Erziehung gefolgt von der Nennung einzelner Gewaltformen sowie z.T. auch einem Auffangtatbestand,

eingeführt durch «unter Ausschluss von»/«ohne Anwendung von» bzw. auf Französisch «exempte de»/«exempte en particulier de»128; und drittens ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung «basée sur la bientraitance» in allen Lebensbereichen129.

4.2 Förderung des Zugangs zu kantonalen Beratungsstellen (Art. 302 Abs. 4 VE-ZGB)

4.2.1 Zustimmung zum Vorschlag des Bundesrats

15 Kantone130, 5 Parteien131 und 10 Organisationen und weitere Interessierte132 stimmen dem Vorschlag grundsätzlich zu.

116 LU (S. 2), ZH (S. 2).

117 SP (S. 4).

118 Avenir social (S. 4), Brescianini Treuhand und Beratung GmbH (S. 1), CROP (S. 3), EKFF (S. 3), Elternbildung CH (S. 3), insieme Schweiz (S. 3), SGCH (S. 2 f.), SKHG (S. 2, Ergänzung mit psychischer Gewalt als alternativer Vorschlag bei Beibehaltung der Formulierung mit «andere Formen der entwürdigenden Gewalt»), SP Aargau (S. 3), 3xSSLV (S. 3), UNIL (S. 2).

119 Betr. die einzelnen zu ergänzenden Gewaltformen, siehe unter Ziff. 4.1.3.

120 LU (S. 1), ZH (S. 2), SP (S. 4), Brescianini Treuhand und Beratung GmbH (S. 1), insieme Schweiz (S. 3), NCBI Schweiz (S. 4), SKHG (S. 2), UNIL (s. 2).

121 LU (S. 2).

122 NCBI Schweiz (S. 4), UNIL (S. 2). Siehe auch für weitere Angaben unter Ziff. 4.1.2.

123 Elternbildung CH (S. 3), SGCH (S. 2 f.), SP Aargau (S. 3), 3xSSLV (S. 3).

124 BL (S. 1), TI (S. 2), VD (S. 2).

125 SP (S. 2).

126 EKKJ (S. 2), NCBI Schweiz (S. 4), SAJV (S. 2), SODK (S. 1), SSAV (S. 2).

127 BL (S. 1).

128 VD (S. 2), EKKJ (S. 2), NCBI Schweiz (S. 4), SAJV (S. 2), SODK (S. 1), SSAV (S. 2), wobei SSAV vorschlägt «gewaltfreie Erziehung» durch «kinderrechtsorientierte, integritätswahrende und würdevolle Erziehung» zu ersetzen (siehe Ziff. 4.1.4).

129 TI (S. 2), SODK (S. 1). Siehe auch Ziff. 4.1.4.

130 AG, AR (S. 1), BE (S. 1), GE (Anhang, S. 2), GL, GR (S. 2), JU, LU (S. 1), SG (S. 1), SZ (S. 1), TG, UR (S. 1), VD (S. 2), VS (S. 2), ZG (S. 2).

131 Die Mitte, FDP (S. 1), glp, SP (S. 4 f.), Grüne,

132 ARTISET / YOUVITA (S. 4), CROP (S. 3), Dachverband Freikirchen Schweiz (S. 2), FSP (S. 2), HES-SO (S. 1), insieme Schweiz (S. 3), Integras (S. 2), UNIGE (S. 3), UNIL (S. 2), Verein GEWALTFREIE ERZIEHUNG (S. 2).