Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/13: Übereinkommen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen · 31 Seiten

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4.2 Hauptanliegen der Vernehmlassungsteilnehmer

4.2.1 Gesetzgeberischer und administrativer Handlungsbedarf

Unabhängig von der Frage, ob sie eine Ratifikation begrüssen, ablehnen oder als überflüssig bezeichnen, haben sich zahlreiche Vernehmlassungsteilnehmer damit auseinandergesetzt, ob sich mit der Ratifikation ein zusätzlicher gesetzgeberischer oder administrativer Mehraufwand verbindet, ob die materiellen Garantien des Übereinkommens unmittelbar oder progressiv umzusetzen sind und inwiefern die unmittelbar anwendbaren materiellen Garantien hinreichend konkret sind, um im Einzelfall justiziabel zu sein.

Nach Einschätzung von 51 Vernehmlassungsteilnehmern (AG, FR, GL, GR, JU, LU, OW, SH, SZ, TG, ZH, ZG, SP, CSP, Grüne, SAV, SGV, Centre Patronal, Agile, ASA Handicap mental, avenirsocial, behindertenforum, BKZ, cerebral, Égalité Handicap, FAssiS, forum écoute, Forum Handicap Valais, Friedensrat, ftia, ICJ-CH, insieme, insieme LU, insieme VS, Integration Handicap, JuCH, MERS, procap, PF, Pro infirmis, retina suisse, SBb, sbv, SGB-FSS, SKG, sonos, SPV, SZB, zhaw, ZSL) bestünde im Falle einer Ratifikation administrativer und partieller legislativer Handlungsbedarf, sei es weil:

- die bereits heute geltenden Verpflichtungen aufgrund der nationalen Gesetzgebung (insbesondere des BehiG und der Sozialversicherungsgesetzgebung) in der Praxis noch nicht hinreichend umgesetzt worden sind (so z.B. ICJ-CH, Égalité Handicap SGV, sonos); oder

- weil die Rechtsordnungen des Bundes und der Kantone mit dem Übereinkommen materiell nicht ausreichend kompatibel sind und einzelne Vorgaben des Übereinkommens noch nicht vollständig erfüllen (so etwa Friedensrat, MERS, Centre Patronal, SAV, SKG, SZB, zhaw).

Diverse Vernehmlassungsteilnehmer, welche die Umsetzung der geltenden gesetzlichen Grundlagen als noch nicht ausreichend beurteilen, erhoffen sich mit der Ratifikation des Übereinkommens einen Anstoss für deren konsequente Anwendung (z.B. BS, NE, SP, CSP, Grüne, Agile, ASA Handicap mental, Autismus Schweiz, behindertenforum, BKZ, cerebral, Égalité Handicap, FAssiS, forum écoute, Forum Handicap Valais, Friedensrat, ftia, ICJ-CH, insieme, insieme LU, insieme VS, Integration Handicap, JuCH, KV Schweiz, procap, PF, Pro infirmis, retina suisse, SBb, sbv, SGB-FSS, SKG, sonos, SZB, Travail.Suisse).

Verschiedene Vernehmlassungsteilnehmer gehen davon aus, dass die Schweizer Rechtsordnung schon heute in weiten Teilen deckungsgleich mit den Vorgaben des Übereinkommens ist und erachten den unmittelbaren administrativen bzw. legislativen Mehraufwand, welcher durch die Umsetzung des Übereinkommens im Falle einer Ratifikation resultieren würde, als gering (insbesondere GE, NE, BS, BL, SO, FGI BS, INSOS/CURAVIVA, SSV, Pro Mente Sana und vahs). Die Kantone AG, FR, GE, GR, LU, OW, SG, SH, SO, SZ, UR, ZG und ZH beurteilen die Frage im jetzigen Zeitpunkt als schwer abschätzbar und beantragen deshalb, dass die Botschaft des Bundesrates die Auswirkungen auf die kantonalen Behörden detaillierter darstellt. SG würde es dabei begrüssen, wenn der Bundesrat die Botschaft in enger Zusammenarbeit mit der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) sowie der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) erarbei-