Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/122: Direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit» · 25 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 16Fedlex · Erläuternder Bericht
in Zukunft weiter reduzieren. Eine der zentralen Herausforderungen ist es daher, die landwirtschaftlich nutzbaren Böden in ihrem Umfang und ihrer Qualität bestmöglich zu erhalten. Die landwirtschaftliche Produktion ist in starkem Masse abhängig von Importen, von nicht erneuerbaren Ressourcen wie fossiler Energie oder Phosphor, deren globale Verknappung sich künftig verstärkt auf die Schweiz auswirken wird. Im Kontext des Klimawandels wird zudem der Bewässerungsbedarf in der Schweizer Landwirtschaft steigen.
Das im internationalen Vergleich hohe Schweizer Produzenten- und Konsumentenpreisniveau ist primär Folge des nach wie vor hohen Grenzschutzes. Aufgrund der aktuellen Prognosen für die Preisentwicklung auf den internationalen Agrarmärkten ist mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass sich die Weltmarktpreise substanziell erhöhen werden. Während sich agrarpolitisch hoch gehaltene Produzentenpreise zwar kurzfristig angebotssteigernd auswirken, stellen sie in der längerfristigen Optik ein Risiko dar, da ein geringerer Anreiz besteht, sich auf die effektiven internationalen Marktentwicklungen auszurichten und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit zu verbessern. Vor dem Hintergrund sich weiter öffnender Märkte ist es daher wichtig, dass die Landwirtschaft und die ihr vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette die Potenziale zur Generierung von Wertschöpfung am Markt und zur Senkung der Kosten konsequent ausnutzen.
Auch in Zukunft wird ein substanzieller Anteil der Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Lebensmitteln und des Bedarfs an landwirtschaftlichen Produktionsmitteln durch Importe zu decken sein. Aufgrund der Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz ist davon auszugehen, dass die im internationalen Vergleich hohe Kaufkraft der Schweiz bestehen bleibt und es damit weiterhin möglich ist, den Importbedarf zu decken. Ein guter Zugang zu den internationalen Agrarmärkten und ein breit abgestütztes Portfolio von Herkunftsländern bleiben für die Sicherstellung der Ernährungssicherheit auch künftig wichtig.
Über den Konsum von importierten Lebensmitteln nehmen die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz Einfluss auf die Herkunftsländer. Eine Beeinträchtigung der Produktionsgrundlagen in den Exportländern würde sich längerfristig negativ auf die Versorgungssituation in der Schweiz auswirken. Generell ist festzuhalten, dass die Reduktion von Lebensmittelverlusten (Food Waste) und ein verantwortungsbewusstes Konsumverhalten wichtig sind, um die natürlichen Ressourcen zu schonen und so langfristig produktiv zu erhalten.
Zusammenfassend lassen sich aus Sicht der Schweiz folgende zentralen Herausforderungen für die künftige Sicherstellung der Ernährungssicherheit festhalten:
1. Erhaltung der landwirtschaftlich nutzbaren Böden in Qualität und Quantität sowie Verminderung der Abhängigkeit von nicht erneuerbaren Ressourcen;
2. Optimierung der Nutzung des natürlichen Produktionspotenzials durch eine standortangepasste und ressourceneffiziente Produktion;
3. Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft durch Kostensenkung und Generierung von Wertschöpfung am Markt;
4. Ausreichende Importe von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produktionsmitteln durch den Zugang der Schweiz zu den internationalen Agrarmärkten und ein breit abgestütztes Portfolio von Herkunftsländern;