Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/22: Bundesgesetz über Aufgaben, Organisation und Finanzierung des Eidgenössischen Instituts für die Meteorologie und Klimatologie (Meteorologiegesetz, MetG) · 27 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 5Fedlex · Erläuternder Bericht
Erläuternder Bericht
1 Grundzüge der Vorlage
1.1 Ausgangslage
1.1.1 Entstehungsgeschichte der MeteoSchweiz
Seit 1881 wird der Wetterdienst als Bundesaufgabe in einem Bundesgesetz geregelt. Die Schweizerische Meteorologische Zentralanstalt (MZA), welche die Tätigkeit des früheren meteorologischen Bureaus der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft übernahm, wurde mit dem Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1880 auf Anfang 1881 errichtet. Eine ausdrückliche Verfassungsgrundlage wurde als nicht notwendig erachtet, weil der Meteobereich seit dessen Beginn Aspekte eines natürlichen Monopols aufwies. Die Institution wurde dem Eidgenössischen Departement des Innern unterstellt, welches die wissenschaftliche und technische Beaufsichtigung durch eine Fachkommission auszuüben hatte.
Mit dem aufkommenden Luftverkehr erfolgte 1927 die Gründung des Flugwetterdienstes als Teil der MZA. Von 1929 an wurden auf den damaligen drei Hauptflugplätzen Zürich-Dübendorf, Genf-Cointrin und Basel-Birsfelden regelmässig synoptische Wetterbeobachtungen durchgeführt.
1935 wurde das "Osservatorio Ticinese" in Locarno-Monti eröffnet. Seit 1941 werden in der aerologischen Station in Payerne VD mittels Wetterballonen (Radiosonden) Messungen von Luftdruck, Temperatur, Feuchtigkeit sowie Wind bis in durchschnittlich 30 km Höhe durchgeführt. Ende der 1940er Jahre bezog die MZA ihre heutige Zentrale am Zürichberg, wo später auch die Nationale Alarmzentrale ihren Standort erhielt.
Die ersten 100 Jahre waren geprägt durch ein beinahe konkurrenzloses Dasein als qualitativ hoch stehender staatlicher Wetterdienst und durch eine kontinuierliche Expansion. Technisch hat sich in dieser Zeit vieles verändert, von den pionierhaften Wetterstationen zum immer stärker automatisierten und zentral gesteuerten Messnetz.
1979 wurde im Zuge der Neubenennung von Bundesämtern der Name in Schweizerische Meteorologische Anstalt (SMA) geändert.
Ab den 1980er Jahren veränderten technische Fortschritte und neue gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Meteorologie. Auf der technischen Seite wurden auch durch MeteoSchweiz grosse Fortschritte bei den automatischen Wetterstationen und Radaranlagen erzielt. Die Fortschritte in der Informationstechnologie und bei der Entwicklung von numerischen Vorhersagemodellen ermöglichten es auch den Privaten mit verhältnismässigem Aufwand gute Wetterprognosen zu erstellen. Die Alleinzuständigkeit des staatlichen Wetterdienstes für Prognosen und Warnungen wurde mehr und mehr in Frage gestellt. Sichtbar wurde dies insbesondere bei den Medien, wo sich private Wetterdienste am schnellsten etablieren konnten. Die SMA reagierte darauf mit dem Beginn eigener privatrechtlicher Tätigkeit. Gleichzeitig begann die Liberalisierung und Globalisierung der Märkte, welche u.a. auch den Zugang für Wetterdienstleistungen aus dem Ausland erleichterten. Die wachsende Bedeutung von Medien in der Gesellschaft, verbunden mit neuen Technologien führte zu zusätzlichen Bedürfnissen von Wetterdienstleistungen. Schliesslich hat das wachsende Umweltbewusstsein vermehrt zu neuen Bedürfnissen von Klimadienstleistungen geführt.
Gestützt auf den Konzeptbericht FLAG des EFD hat der Bundesrat am 3. April 1996 entschieden, die Grundlagen und Instrumente für die Einführung der wirkungsorientierten Verwaltungsführung in der Bundesverwaltung zu entwickeln. Gleichzeitig beschloss er, die Schweizerische Meteorologische Anstalt und das Bundesamt für Landestopographie (swisstopo) ab 1997 auf FLAG umzustellen. Der Start mit diesen beiden Pilotämtern ermöglichte es, die konzeptionellen Grundlagen von FLAG in einem überschaubaren Rahmen zu erproben und weiterzuentwickeln.
Mit dem MetG von 1999 wurde die privatrechtliche Tätigkeit der SMA gesetzlich verankert. Zudem wurde die SMA in "Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz" umbenannt.