Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2012/90: Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet · 29 Seiten
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Simplon-Route sowie Alternativlösungen für den Binnenverkehr, nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ vertieft geprüft werden. Voraussetzung sei die Realisierung des 4-Meter-Korridors. Zudem werde gefordert, dass mit Deutschland und Italien Gespräche im Hinblick auf den allenfalls notwendigen Ausbau von Verladestationen sowie der Sanierung der Zufahrtsstrecken zu führen seien. Für die Kurz-RoLa sollen im Sinne einer Eventualplanung mit den betroffenen Kantonen noch die Verlade-Standorte und deren Dimensionen, die Kapazität einer allfälligen Kurz-RoLa sowie die Dauer der Sommeröffnung während den Sanierungsarbeiten abgesprochen werden.
Der Kanton UR weist darauf hin, dass er sich aufgrund der Belastungssituation und der knappen Raumverhältnisse nach wie vor gegen eine alleinige Verladeanlage im Urner Talboden (Raum Rynächt) ausspricht. Abklärungen durch eine unabhängige Firma hätten gezeigt, dass es alternative Verladestandorte entlang der nördlichen Zufahrtsstrecke (zwischen Brunnen und Brugg) geben würde.
Die ATA fordert, dass die Sanierungsarbeiten am bestehenden Tunnel etappenweise während den verkehrsarmen Zeiten auszuführen sei. Weiter sollen bahnseitige Alternativen für den Personen- und den Güterverkehr sowie genügende Verlademöglichkeiten durch den Eisenbahnbasistunnel bereitgestellt werden. Zudem sei eine Kurz-RoLa für den Binnenverkehr und eine Lang-RoLa für den Transitverkehr von Grenze zu Grenze einzurichten und die Verlagerungspolitik mit einem Reservierungssystem konsequent umzusetzen.
RailValley schlägt im Hinblick auf die technologischen Fortschritte auf der Schiene sowie im Automobilbau (z.B. in Bezug auf Emissionen oder Sicherheitssysteme) eine Gotthardsanierung in zwei Etappen vor. Dadurch könnten unnütze Investitionen verhindert werden. In einer ersten Phase solle der GST vor 2025 partiell saniert werden, indem die dringlichen Anpassungen vorgenommen werden. Eine komplette Sanierung müsste anschliessend erst gegen 2040 (ohne Sperrung des Verkehrs) erfolgen.
Für den FSU bietet die Sanierung des GST ohne Bau einer zweiten Röhre einige Chancen (Zwangsschliessung des GST während der Sanierungszeit wird den notwendigen Druck einer alpenweiten Lösung für den alpenquerenden Transitverkehr erzeugen, indirekte Förderung der Bahnbenutzung, die übergeordneten Ziele werden respektiert und führen zu positiven räumlichen Auswirkungen). Für die damit verbunden Risiken (Standorte der Verladestationen zwischen Erstfeld und Biasca, «Isolation des Kanton Tessin»), liessen sich mit guten raumplanerischen Verfahren bzw. mit geeigneten Begleitmassnahmen gute Lösungen finden. Aus finanzieller Sicht sei zudem die günstigste Variante für die Sanierung des GST zu wählen. Im Gegenzug solle der Bund deutlich mehr Mittel für die Agglomerationsprogramme bereitstellen, da sich dadurch in der Koordination mit der Siedlungsentwicklung deutlich grössere Probleme lösen liessen, als mit einer Kapazitätserweiterung am Gotthard.
Der Schweizerische Städteverband fordert im Hinblick auf die unterschiedlichen Stellungnahmen seiner Mitglieder eine Sanierungsvariante (mit oder ohne zweite Röhre), welche die Verlagerungspolitik des Bundes stütze und nicht in Frage stelle, die rechtzeitig umsetzbar sei, deren Investitionen in einem sinnvollen Verhältnis zum Bedarf in den Agglomerationen stehe und welche die ausreichende und unbefristete zukünftige Mitfinanzierung des Agglomerationsverkehrs durch den Bund weder finanz- noch verkehrspolitisch in Frage stellen würden.
Für den Kanton AG, die BDP, die IHZ, den SBV und den Fachverband infra ist eine Verlagerung des Verkehrs im Rahmen einer Variante ohne Bau einer zweiten Röhre unsinnig und nicht nachhaltig, da die Verladestationen nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder aufwändig zurückgebaut werden müssten. Dieser Meinung ist ebenfalls die FDP.Die Liberalen, die zusätzlich bemerkt, dass eine Variante Lang-RoLa in Verbindung mit dem 4-Meter-Korridor zwar grundsätzlich prüfenswert, jedoch keine Alternative für eine zweite Röhre, sondern eher eine Massnahme zur Erreichung des Verlagerungsziels wäre. Auch hkbb erscheint eine Sanierung des GST mit der Variante 1 nicht sinnvoll, da die dafür eingesetzten Mittel ohne Aussicht auf einen return-on-investment eingesetzt würden. Im Weiteren trage diese Variante dem Sicherheitsaspekt nicht Rechnung, da der sanierte GST weiterhin im Gegenverkehr betrieben werden müsste.
Economiesuisse beurteilt die alternativen Sanierungsvarianten mit Bahnverlad aus logistischer und volkswirtschaftlicher Sicht als ungeeignet, da bei der Variante «RoLa» kostspielige Verladeterminals erstellt werden müssten, die nur einen temporären Nutzen stiften und bei welchen eine effiziente Ver-