Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/53: Änderungen der Eigenmittelverordnung (ERV) und der Bankenverordnung (BankV) · 33 Seiten

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In der Kapitalaufbauphase sind angesichts der angemessenen Übergangsphase keine substantiellen negativen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft zu erwarten. Wie aus dem Literaturüberblick in Kapitel 3 hervor geht, sind die festgestellten negativen Wachstumseffekte sehr gering. Jene Länder, die die Bankenreform und Stärkung der Kapitalisierung schneller vorangetrieben haben (z.B. USA, Schweiz), sind sogar seit der Finanzkrise eher schneller gewachsen. Auch die Arbeitslosigkeit ist in der Schweiz auf international tiefem Niveau geblieben. Für die lange Frist stellen Junge & Kugler (2013) fest, dass in der Schweiz keine Korrelation zwischen dem Wirtschaftswachstum und der Fremdverschuldung der Banken gefunden werden kann (Abbildung 6). Kashyap et al. (2010) kommen zu einem ähnlichen Befund für die USA.

Abbildung 6: Banken-Leverage (Gesamtbilanz/Eigenkapital) und jährliche Wachstumsrate in der Schweiz

Quelle: Junge und Kugler (2013).

4.1.2 Wettbewerb

Bezüglich der Dimension Wettbewerb kann zwischen Effekten auf die Wettbewerbsintensität und auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem inländischen Markt unterschieden werden.

Die Wettbewerbsintensität dürfte sich kaum verändern und, wenn doch, eher etwas verschärfen. Durch die weitere Reduktion der impliziten Staatsgarantie der systemrelevanten Banken wird der Wettbewerbsvorteil dieser Banken gegenüber den anderen Banken kleiner. Damit werden die Wettbewerbsbedingungen unter den Finanzinstituten angeglichen („Level Playing Field“) und der Binnenmarktwettbewerb wird gestärkt. Die vorgesehenen langen Übergangsfristen im Aufbau der Kapitalanforderungen sollten jedoch Verteuerungen oder gar Engpässe verhindern. Dies bestätigt auch die Erfahrung mit der Implementierung der bestehenden TBTF-Regulierung: Es gab keine Anzeichen von Einschränkungen in diesem Bereich während der Kapitalaufbauphase. Die Grossbanken erfüllten die Kapitalanforderungen dabei schneller als vorgesehen (vgl. oben). Gemäss Aussagen von Grossbanken waren dabei nicht alle Bereiche des Finanzgeschäfts gleich stark betroffen. Insbesondere könnten womöglich kapitalintensivere Bereiche sowie jene Bereiche, in denen die systemrelevanten Banken eine insgesamt klar dominierende Stellung einnehmen wie etwa die Teilsegmente ungesicherte Kredite an Unternehmen und Spezialkredite wie Handels- und Exportfinanzierungen, stärker betroffen gewesen sein. Die vorhandenen Daten lassen jedoch keine genaueren Einschätzungen über die quantitativen Unterschiede in diesen erwähnten Bereichen zu.