Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/53: Änderungen der Eigenmittelverordnung (ERV) und der Bankenverordnung (BankV) · 33 Seiten

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4.1.5 Standortattraktivität

Die neuen Schweizer Kapitalqualitäten basieren auf den Basler Kapitalqualitäten und sind in gewissen Bereichen noch mit weiteren Qualitätsmerkmalen ergänzt. Dies wird es ermöglichen, die im internationalen Vergleich höhere Kapitalisierung der international tätigen systemrelevanten Schweizer Banken besser zu belegen.

Während einer Übergangsphase bei der Implementierung der neuen Massnahmen können den Schweizer TBTF-Banken gegenüber den ausländischen TBTF-Banken höhere Anpassungskosten entstehen. Dies kann dazu führen, dass die Schweiz in bestimmten kapitalintensiven Geschäftsfeldern vorübergehend an Standortattraktivität verliert. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass die führenden Finanzplätze (z.B. UK, US) ihre Anforderungen an systemrelevante Banken ebenfalls erhöht und die Schweizer Anforderungen teilweise sogar übertroffen haben (vgl. Kapitel 2). Im Zuge der neuen internationalen Standards, insbesondere TLAC, wird eine weitere Verschärfung der Anforderungen der relevanten Finanzplätze erwartet. So hat die amerikanische Notenbank Federal Reserve am 30. Oktober 2015 Vorschläge für neue Mindestanforderungen an Grossbanken veröffentlicht.

Mittel- bis längerfristig sollte die Standortattraktivität erhalten oder gesteigert werden. Die Schweiz verfügt nicht zuletzt aufgrund der hohen politischen und wirtschaftlichen Stabilität über gute Voraussetzungen für einen international tätigen Finanzplatz. Diese könnten durch die gesteigerte Widerstandsfähigkeit insbesondere der systemrelevanten Banken weiter verbessert werden.36 Dies gilt in wie gegenwärtig vorherrschenden unsicheren Zeiten ganz besonders für das stark auf Vertrauen basierende Vermögensverwaltungsgeschäft.

Abbildung 10: Bereinigte Vorsteuer-Gewinne/RWA

0.20%

0.15%

0.10% 0.05% 0.00% -0.05% Durchschnitt Schweizer Grossbanken Median Peer Banken Quelle: Quartalsberichte der Banken.

36 Die fünf von der SNB als systemrelevant bezeichneten Banken haben per Ende 2014 eine kumulierte Bilanzsumme aufgewiesen, die 3 Mal grösser war als das BIP der Schweiz. Damit haben UBS, CS, Raiffeisen, PostFinance und ZKB zusammen einen Anteil von 63% der Bilanzsumme aller Banken gehabt.