Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2006/84: Bundesgesetz über die Museen und Sammlungen des Bundes · 27 Seiten

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1.3.2 Neuordnung der Subventionen an Drittmuseen

Heute subventioniert der Bund acht Drittmuseen regelmässig und 55 Drittmuseen durch punktuelle Finanzhilfen. Die Subventionen belaufen sich auf zirka 7 Millionen Franken pro Jahr. Die Subventionskredite sind auf vier verschiedene Departemente verteilt. Es bestehen bisher weder Zielformulierungen noch Evaluationen zur Subventionstätigkeit des Bundes im Museumsbereich. Die Auswahl der Subventionsempfänger erfolgt im Einzelfall und ohne übergeordnetes Konzept. Diese Situation ist unbefriedigend.

Die Finanzhilfen des Bundes an Drittmuseen sollen im Bundesgesetz über die Kulturförderung (Kulturförderungsgesetz; KFG) geregelt werden. Die im Kulturförderungsgesetz vorgesehenen Bestimmungen zielen auf eine Subventionspolitik, die klare Prioritäten setzt und die Zuständigkeiten zur Gewährung von Finanzhilfen beim BAK vereinigt (unter Vorbehalt der Finanzhilfe an das Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf. Für dieses Museum soll aufgrund seiner engen Verbindung zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten zuständig bleiben).

1.3.3 Schweizerisches Nationalmuseum

1.3.3.1 Geschichte und Herausforderungen

Die Geschichte der „MUSEE SUISSE Gruppe“ und die aktuellen Herausforderungen, die sich ihr stellen, wurden in der Botschaft zur Vorlage von 2002 sowie im Museumsbericht EDI von November 2005 umfassend dargestellt. Die damaligen Aussagen sind grösstenteils nach wir vor gültig und können in aller Kürze wie folgt zusammengefasst werden:

Die Entwicklung der „MUSEE SUISSE Gruppe“ vom Nukleus Landesmuseum Zürich, gegründet 1890, bis hin zur heutigen Museumsgruppe mit acht Einzelhäusern ist historisch gewachsen und jeweils Einzelkonstellationen entsprungen (insbesondere aufgrund von Schenkungen und Legaten). Eine klare Politik lag den einzelnen Entscheiden nicht zugrunde. Die stark von Einzelentscheiden geprägte Entwicklung hatte zur Folge, dass es der Museumsgruppe heute an übergeordneter Kohärenz fehlt und sie thematisch als divergent erscheint (s. Ziff. 1.1.1.1). Angesichts der grossen und stetig wachsenden Anzahl Museen in der Schweiz sowie ihrer Konkurrenzierung durch die Freizeit- und Unterhaltungsindustrie ist es für eine erfolgreiche Zukunft unabdingbar, das Profil der bisherigen Museumsgruppe zu schärfen und sie besser in der Schweizer Museumslandschaft zu positionieren.

Der Bundesrat schlägt vor, die bisherige „MUSEE SUISSE Gruppe“ zu redimensionieren, ihren Auftrag zu aktualisieren und sie in eine öffentlich-rechtliche Anstalt namens Schweizerisches Nationalmuseum einzubringen.

1.3.3.2 Auftrag und Zusammensetzung

Es gibt in der Schweiz zahlreiche historische Museen. Die kantonalen Museen gehen dabei von einem lokalen, regionalen oder allenfalls überregionalen Ansatz aus. Sie erzählen mehrheitlich die Geschichte des jeweiligen Kantons anhand von Exponaten