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Vernehmlassung 2015/64: Revision Konzept Biber Schweiz · 32 Seiten
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Konzept Biber BAFU 2015
Die Dämme und Baue des Bibers sind lebenswichtige Elemente eines Biberreviers (Jungtieraufzucht und Optimierung der Wassertiefe). Sie sind nach dem eidg. Natur- und Heimatschutzgesetz (Art. 18 NHG, SR 451) sowie der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (Art. 14 NHV, SR 451.1) als wichtige Elemente des Biberlebensraums geschützt.
1.4.2 Rote Liste und Liste der National Prioritären Arten
Das Konzept richtet sich nach der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Tierarten der Schweiz2 (Stand 1994), wonach der Biber als eine „vom Aussterben bedrohte“ Art aufgeführt ist. Basierend auf den Daten der Bestandeserhebung 2008 wurde der Status nach den Vorgaben der internationalen Umweltschutzorganisation IUCN berechnet. Aufgrund dieser Berechnungen ist vorgesehen, den Status des Bibers bei der laufenden Revision der Roten Liste auf „verletzlich“ zurück zu stufen. Diese Zurückstufung macht Sinn, da der Biber auch in der „Blauen Liste“3 aufgeführt wird. Diese Liste führt Rote-Liste-Arten auf, welche nachhaltig gekräftigt werden konnten bzw. welche in einer gegebenen Region eine Zunahme der Population aufzeigt.
Nach wie vor wird der Biber, aufgrund seiner Auswirkung auf die Artenvielfalt im und am Gewässer, gemäss der Liste der National Prioritären Arten (Stand 2011)4 als eine national prioritäre Art
eingestuft. Die Liste ist ein ergänzendes Instrument zu den Roten Listen und dient als Vollzugshilfe für die Prioritätensetzung im Naturschutz, insbesondere bei der Arterhaltung und -förderung aus
nationaler Sicht.
1.5 Geschichte und aktuelle Verbreitung des Bibers in der Schweiz
Der Biber wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch intensive Bejagung in der Schweiz ausgerottet. Im Jahre 1962 wurde der Biber als geschützte Art im Jagdgesetz aufgenommen. Mitte des 20.
Jahrhunderts setzten sich verschiedene Einzelpersonen für die Wiederansiedlung des Bibers ein, da sie die Tierart als wichtigen Gestalter dynamischer Prozesse im Ökosystem Wasser erkannten. Mit bundesrätlichen und kantonalen Bewilligungen wurden zwischen 1956 und 1977 an über 30 Stellen insgesamt 141 Biber ausgesetzt.
Seitdem hat sich der Biber ausgebreitet und besiedelt heute die grossen Mittellandflüsse und -seen. Der Biber findet geeignete Lebensräume in langsam fliessenden und stehenden Gewässern mit grabbaren Ufern unterhalb 700 m.ü.M. vor. Diese Gewässer sind in den farbigen Flächen der
Einzugsgebiete Rhein (gelb) und Rhone (rot) der Abbildung 1 aufgezeigt. Der Biberbestand kann in drei Teilpopulationen der Gewässereinzugsgebiete Rhein, Rhone und Inn aufgeteilt werden (Abb. 1). Die Teilpopulationen sind mit den Biberbeständen im angrenzenden Ausland vernetzt (Tab. 1).
Während der letzten Jahre hat der Biber immer mehr auch kleinere Seitenbäche besiedelt. Bei der nationalen flächendeckenden Bestandeserhebung im Winter 2008 lebten rund 1‘600 Tiere in der Schweiz5. 2015 wird der Bestand auf rund 2‘000 Biber geschätzt. Da der Biber aber noch nicht alle geeigneten Lebensräume flächendeckend besiedelt hat, ist mit seiner weiteren Ausbreitung über die nächsten Jahrzehnte zu rechnen.
2 BUWAL 1994: Rote Listen der gefährdeten Tierarten der Schweiz. Stand 1994. Bundesamt für Umwelt, Bern. Vollzug Umwelt VU Nr. VU-9008-D: S. 97. http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/00913/index.html?lang=de
3 Cordillot Francis, Klaus Gregor 2011: Gefährdete Arten in der Schweiz. Synthese Rote Listen, Stand 2010. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Zustand Nr. 1120: 111 S. http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01631/index.html?lang=de
4 BAFU 2011: Liste der National Prioritären Arten. Arten mit nationaler Priorität für die Erhaltung und Förderung, Stand 2010. Bundesamt für Umwelt, Bern. Umwelt-Volzug Nr. 1103: 132 S. http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01607/index.html?lang=de
5 Angst Christof 2010: Mit dem Biber leben. Bestandeserhebung 2008; Perspektiven für den Umgang mit dem Biber in der Schweiz. Umwelt-Wissen Nr. 1008. Bundesamt für Umwelt, Bern, und Schweizer Zentrum für die Kartographie der Fauna, Neuenburg. 156 S. http://www.bafu.admin.ch/publikationen/publikation/01543/?lang=de 4/32 /N245-0707