Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/53: Bundesgesetz über Überbrückungsleistung für ältere Arbeitslose · 30 Seiten

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jüngeren Frauen, insbesondere jenen zwischen 55 und 60 Jahren, hat das höhere Rentenalter zu einer Zunahme der Erwerbsquote geführt.

1.1.4.2 Arbeitslosenquote und Leistungen der Arbeitslosenversicherung

Ältere Arbeitnehmende sind in der Schweiz relativ gut in den Arbeitsmarkt integriert und befinden sich in stabileren Arbeitsverhältnissen als jüngere. So sind die Älteren weniger konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt, da sie zum Beispiel seltener befristete Arbeitsverhältnisse haben. Dementsprechend lag die Arbeitslosenquote (SECO) als auch die international vergleichbare Erwerbslosenquote (erhoben durch das Bundesamt für Statistik, BFS) bei den älteren Personen stets unter dem Gesamtdurchschnitt. Die vom SECO ermittelten Arbeitslosenzahlen enthalten alle Personen, die bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Stellensuche gemeldet sind, keinem Zwischenverdienst nachgehen und keine längeren arbeitsmarktlichen Massnahmen besuchen, unabhängig davon, ob sie eine Leistung der ALV beziehen. Komplementär dazu erhebt das BFS die international vergleichbaren Erwerbslosenzahlen, d.h. alle Personen, die nicht erwerbstätig und auf Stellensuche sind. Da hier auch Personen miterfasst werden, die nicht bei einem RAV gemeldet sind, liegen diese Zahlen deutlich höher.

Tabelle 3 zeigt die Erwerbslosenquote des BFS und die Arbeitslosenquote des SECO nach verschiedenen Altersgruppen im Vergleich. Nachdem die Erwerbslosenquote der 55-64-jährigen 2015 stärker gestiegen war als in den anderen Altersgruppen, entwickelte sie sich in den folgenden Jahren wieder ähnlich wie das Total. 2018 lag die Erwerbsquote (55-64) bei 4 Prozent, also 0,7 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Auch die Arbeitslosenquote des SECO lag bei den über 55-jährigen unterhalb des Durchschnitts. Dieser Abstand verringerte sich seit 2015 tendenziell, da die Arbeitslosigkeit bei jüngeren im Zuge des letzten Aufschwungs einen deutlich stärkeren Rückgang erfuhr, was der stärkeren Reaktion der Arbeitslosigkeit der Jüngeren auf konjunkturelle Schwankungen entspricht.

Tabelle 3: Erwerbslosenquote gemäss Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) BFS / Arbeitslosenquote SECO Total Männer und Frauen nach Altersgruppe, in Prozent

2010 20152018

15–24 Jahre 8,2 / 4,3 8,8 / 3,4 7,9 / 2,4

25–39 Jahre 5,4 / 4,1 4,8 / 3,8 4,9 / 3,1

40–54 Jahre 3,8 / 3,0 4,0 / 2,8 4,2 / 2,4

55–64 Jahre / 55+ 3,5 / 2,8 4,0 / 2,5 4,0 / 2,5

65+ Jahre5 (0,7) (1,6) (0,7)

Total 4,8 / 3,5 4,8 / 3,2 4,7 / 2,6

Quelle: BFS, SECO

Der Anteil der älteren Personen (55-64) an den gesamten Erwerbslosen lag 2018 bei 17 Prozent (Männer) bzw. 12 Prozent (Frauen). Dieser Anteil ist in den letzten Jahren angestiegen (Tabelle 4 und Tabelle 5). Für diesen Anstieg waren vor allem die grossen Geburtenjahrgänge, die nun in diese Altersgruppen kommen, aber auch eine zunehmende Arbeitsmarktbeteiligung ausschlaggebend. Im Vergleich zu 2010 ist der Anteil um 5 Prozentpunkte (Männer), bzw. 3 Prozentpunkte (Frauen) angestiegen.

Tabelle 4: Erwerbslose gemäss ILO, Total Männer nach Altersgruppe (in Tausend), BFS

Veränderung ∆ 2010-2018,

Männer 2010 2015 2018 Anteil 2018

jährlich

15-24 Jahre 25 29 26 0.6% 23%

25-39 Jahre 38 36 36 -0.5% 32%

40-54 Jahre 31 36 32 0.4% 28%

55-64 Jahre 13 18 19 4.9% 17%

65+ Jahre1 (1) (1) (1) 2.8% 1%

Total 107 120 114 0.8% 100%

Quelle: BFS

5 (Zahl): Extrapolation aufgrund von weniger als 90 Beobachtungen. Die Resultate sind mit grosser Vorsicht zu interpretieren.