Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 34 Seiten

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Politische Parteien

SP und SVP begrüssen grundsätzlich die Einführung von Titelzusätzen. Beide Parteien schlagen jedoch vor, anstelle eines Titelzusatzes einen vollwertigen Titel zu vergeben («Professional Bachelor in … (Fachrichtung)» / «Professional Master in … (Fachrichtung)»). SVP plädiert dafür, die Titel für alle HBB-Abschlüsse einzuführen, SP möchte dies nur für die Bildungsgänge HF. Gemäss SVP würden sich mit dieser Änderung die verliehenen Titel tatsächlich an die heutigen Realitäten anpassen. Dazu gehöre, dass die heutigen geschützten Titel in der Schweiz und insbesondere in internationalen Situationen immer weniger bekannt seien. Diese Änderung entspreche zudem den Erwartungen der Branchen und die Ziele der Vorlage könnten tatsächlich erreicht werden.

Weiter fordert SP, in Analogie zu Deutschland und Österreich, die Reihenfolge zu ändern in «Bachelor Professional / Master Professional». Mit ihren beiden Forderungen schliesse sie sich der Argumentation der K-HF an (siehe unten).

FDP äussert eine moderate Unterstützung dieser Massnahme. Diese könnte dazu beitragen, den Status der HBB-Abschlüsse in der Schweiz und im Ausland zu klären. Es sei jedoch wichtig, eine klare Unterscheidung zwischen den Titelzusätzen und den traditionellen akademischen Abschlüssen zu bewahren. Die Besonderheit des Schweizer Bildungssystems, das auf einer starken Praxisorientierung beruhe, dürfe nicht gefährdet werden.

JM Schweiz befürchtet eine Abwertung der Hochschulabschlüsse und fordert, dass vor einer allfälligen Einführung von Titelzusätzen verschiedene Punkte geklärt werden müssten (u.a. Harmonisierung bzw. Gleichwertigkeit der verschiedenen HF-Abschlüsse).

Gesamtschweizerische Dachverbände der Wirtschaft

SAV, sgv (und eine grosse Mehrheit der von ihnen konsultieren OdA) sowie kfmv und Travail.Suisse unterstützen die Einführung der Titelzusätze grundsätzlich.

Für Travail.Suisse wären auch zwei Varianten zum Vorschlag der Vernehmlassung denkbar gewesen. Dazu gehört einerseits die Anknüpfung der Vergabe der Titelzusätze an die Einstufung des jeweiligen Abschlusses im NQR Berufsbildung, andererseits eine Differenzierung des Titelzusatzes «Professional Bachelor» zwischen den Abschlusstypen «eidgenössische Berufsprüfung» und «Bildungsgang HF». kfmv hätte die Knüpfung der Titelzusätze an den NQR Berufsbildung zwar bevorzugt, aber kann die nun vorgeschlagene Lösung ebenfalls unterstützen.

SAV und sgv begrüssen explizit, dass die Titelzusätze nur zusammen mit den Titeln in den Amtssprachen verwendet werden dürfen. Beide Verbände wollen sicherstellen, dass der Titelzusatz ausschliesslich bei den formalen Bildungsgängen der höheren Fachschulen Anwendung finde.

Präzisierungsantrag von SAV und sgv: [..] a. «Professional Bachelor», wenn der Titel durch eine eidgenössische Berufsprüfung oder einen eidgenössisch anerkannten Bildungsgang einer höheren Fachschule erworben wurde.

Für SAV und sgv gelte es zudem zu prüfen, ob nicht doch die Reihenfolge «Bachelor Professional/Master Professional» eingeführt werden soll. Einerseits entspreche dies der gängigen Bildungslogik, bei der die Art des Abschlusses nachgelagert aufgeführt werde und andererseits würden diese Titel in den Nachbarländern bereits so vergeben. Auch kfmv fordert eine Angleichung an das österreichische bzw. deutsche System mit der Verwendung von «Bachelor bzw. Master Professional».

Mit Blick auf die Umsetzung fordert SAV, dass eine sprachliche Differenzierung zwischen den Titelzusätzen der Bildungsgänge HF und BP in der englischen Übersetzung erarbeitet wird und unterstützt den Vorschlag von K-HF «Bachelor Professional / Professional Bachelor» in … (Fachrichtung). Abschliessend gelte es für SAV sicherzustellen, dass die Massnahme so unbürokratisch wie möglich umgesetzt werden und keine Revisionen ausgelöst würden.

SGB kann der vorgeschlagenen Lösung nicht zustimmen. Konkret sollten die Titelzusätze an eine klare Stufigkeit gebunden sein, d.h. eine Knüpfung an ein jeweils eindeutiges Niveau im nationalen resp. europäischen Qualifikationsrahmen NQR/EQR-Berufsbildung. Dies, um die Transparenz und Verständlichkeit der Abschlüsse der höheren Berufsbildung zu erhöhen. Es erscheine nicht gerechtfer-