Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2024/21: Änderung des Berufsbildungsgesetzes (BBG) sowie der Berufsbildungsverordnung (BBV). Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung · 34 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 24Fedlex · Ergebnisbericht

würde geschmälert und die internationale Vergleichbarkeit würde durch die Titelzusätze nicht verbessert. Die Umsetzung in Österreich würde sich von derjenigen in der Schweiz unterscheiden. swissuniversities regt an, die Erfahrungen aus Deutschland und Österreich in die Umsetzung in der Schweiz einfliessen zu lassen.

Für FH Schweiz würden mit den Titelzusätzen die Abschlüsse der Berufsbildung jenen der Hochschulen gleichgestellt, die verschiedenen Stundenerfordernisse im zugrundeliegenden ECTS-Credits-System im Hochschulbereich negiert und es würde mit einer Verwirrung stiftenden Doppelspurigkeit das Ende des dualen Bildungssystems eingeläutet. FH Schweiz anerkennt aber die Zielsetzungen und schlägt vor, sofern ein Titelzusatz wie vom Bundesrat vorgeschlagen eingeführt würde, diesen im Diplomzusatz einzubauen. FH Schweiz empfiehlt im Diplomzusatz, neben dem Niveau im NQR Berufsbildung, zusätzlich die jeweilige Klassifikation gemäss ISCED aufzuführen.

Vorschlag FH Schweiz zu Art. 44a Abs 1:

[…] können im Diplomzusatz die folgenden Titelzusätze angefügt werden:

a. «Vergleichbar mit Stufe Bachelor» sowie dem ISCED Niveau 6, wenn…

b. «Vergleichbar mit Stufe Master» sowie dem ISCED Niveau 7, wenn …

Die Argumente von AMS, BFH, HESO-SO und SASSA decken sich grundsätzlich mit denjenigen von

swissuniversities:

BFH und HES-SO ergänzen, dass künftig divergente Ausbildungsformate (BP und Bildungsgänge HF) sowie unterschiedliche NQR-Stufen und Lernvolumina einheitlich mit dem Titelzusatz «Professional Bachelor» versehen würden. Dies verringere die Transparenz und würde insbesondere die Abschlüsse der höheren Fachschulen schwächen. Es würden sich alternative Massnahmen eignen für mehr Sichtbarkeit der HBB, wie die Einführung von Kooperationsmodellen (wie es sie beispielswiese in Österreich gebe) oder ein Ausbau der Passerellen zwischen HF und FH. Auch AMS hält dazu fest, dass, falls der «Professional Bachelor» in der Schweiz eingeführt würde, dieser wie in Österreich in Kooperation mit einer Hochschule verliehen werden müsste.

AMS befürchtet zudem eine Abwertung des Tertiär-A-Abschlusses im Ausland, da der Titel «Bachelor» nicht mehr klar einer Tertiär-A-Bildung zugeordnet werden könne.

SASSA befürchtet zudem eine verstärkte Konkurrenzsituation zwischen den FH und den Bildungsanbietern HBB. Dies stelle wiederum die Bestrebungen (z.B. im Sozialbereich) infrage, die Angebote auf den verschiedenen Stufen aufeinander abzustimmen und Passerellen zwischen den bestehenden Angeboten zu schaffen. Eine allfällige Einführung der Titelzusätze müssen kommunikativ gut begleitet werden.

FKG-CSS, SNL und VFP verweisen auf die Problematiken im Gesundheitsbereich, die mit der Einführung der Titelzusätze verbunden seien (Unklarheiten in Bezug auf Kompetenzen, Gefährdung der Patientensicherheit durch Vergabe des «Bachelor Professional» für BP und Bildungsgänge HF, Attraktivitätsverlust für Bildungsgänge HF und Studiengänge FH, kein Titelzusatz für NDS HF AIN). Die Titelzusätze würden den Anschein von wissenschaftlichen Ausbildungen erwecken. Die Schweiz würde einen Titelzusatz einführen, welcher im Ausland nicht bekannt sei, nicht mit den internationalen Standards übereinstimme und für die berufliche Mobilität der betroffenen Personen ein Nachteil sein könnte.

fh-ch befürchtet ein Titelwirrwarr und mehr Intransparenz. Sollten die Titelzusätze eingeführt werden, werde erwartet, dass jeder dieser Abschlüsse einen eigenen Titelzusatz erhält (z.B. für die BP «Professional VET» anstatt «Professional Bachelor».